„Wenn die Dunkelheit uns liebt“ – Elisabeth Engstrom

“ … Hör nicht auf das, was dein Vater über dich sagt, Martha. Du bist ein besonderes Kind, und du musst diese bösen Dinge einfach über dich ergehen lassen. Er versteh dich nicht so, wie ich es tue. Du bist etwas ganz besonderes, und eines Tages werden andere Menschen das begreifen. …“ ( Seite 168)

Zwei dunkle Novellen.

Wenn die Dunkelheit uns liebt
Die schwangere Sally Ann gerät in ein unterirdisches Tunnel-Labyrinth unweit ihres Zuhauses. Dort wird sie nicht nur mit der Finsternis, sondern auch der Monstrosität ihrer eigenen Psyche konfrontiert. Denn etwas lauert in der lichtlosen Tiefe auf sie …

Schönheit ist …
Jeder in der Stadt kennt die »dumme Martha«, die ohne Nase geboren wurde. Die ältere Dame ist geistig stark beeinträchtigt, doch tapfer versucht sie, ein normales Leben zu führen. Als ein paar Jugendliche herausfinden, dass Martha vermögend ist, tun sie alles, um an ihr Geld zu kommen …

Besser als der Klappentext kann ich es hier auch nicht, also spar ich mir die Worte.^^

„Wenn die Dunkelheit uns liebt“ enthält 2 Novellen von Elisabeth Engstrom. Nach lesen des Klappentextes hab ich die guten alten 80-er Jahre Horrorstorys erwartet, aber habe ich die auch bekommen?
Der Plot zu „Wenn die Dunkelheit uns liebt“ klang spannend, leider hat mich die Geschichte überhaupt nicht überzeugt, ich fand sie völlig an den Haaren herbeigezogen. Ja, ein Buch muss mich in erster Linie unterhalten, es muss nicht immer alles nachvollziehbar sein. Aber mal ehrlich, schon das seltsame Verschwinden von Sally Ann hat mir irgendwie die gesamte Geschichte versaut und was dann kommt, macht es nicht besser. Düster, trostlos, eigentlich genau mein Ding, aber gepackt hat es mich nicht, Sally Ann war mir vollkommen egal, ich konnte keinerlei Bindung zu ihr aufbauen. Aber was ist das Ganze jetzt? Der Rachetrip einer „betrogenen“ Frau? Hirngespinste einer Irren? Ich habe keine Ahnung …
„Schönheit ist … “ war schon eher nach meinem Geschmack, auch wenn das Ende abzusehen war. Martha sieht anders aus, lebt ein abgeschiedenes Leben, bis sie sich eines Abends entscheidet, die örtliche Bar aufzusuchen. Doch nicht alle ihre Mitmenschen meinen es gut mit ihr.
Die alte Dame ist naiv ist naiv, sie hat keine Ahnung vom Leben da draußen, aber nach all den Jahren, die sie sich versteckt hat, will sie es nun genießen. Dabei hilft ihr Leon. Während ich Martha voll und ganz verstehe, sie Schritt für Schritt begleite und ihren Hunger auf all die Dinge, die bisher an ihr vorbeigegangen sind, nachvollziehen kann, bleibt Leon für mich undurchschaubar, ein Rätsel. Was genau will er? Trägt er gar eine Mitschuld an dem, was passiert? Aber wahrscheinlich versuche ich einfach wieder mehr in die Geschichte hineinzuinterpretie
ren.^^
Elizabeth Engstrom hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, das muss man ihr lassen. Ihre Figuren sind nicht leicht zu durchschauen, das hat einen ganz eigenen Reiz, inhaltlich habe ich jedoch etwas mehr erwartet. Oder etwas anderes.

„Wenn die Dunkelheit uns liebt“ war für mich jetzt zwar kein Highlight, aber gute Unterhaltung für einen gemütlichen Leseabend, dass viel von beiden Geschichten hängenbleibt, bezweifle ich allerdings. Dabei hatte gerade „Wenn die Dunkelheit uns liebt“ so viel Potenzial, das meiner Meinung nach überhaupt nicht ausgeschöpft wurde, schade. Und so bleiben am Ende 3,5 von 5 Miezekatzen.

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