„Aus dem Feuer“ – Matt Shaw

“ … Mit jedem Schritt, den er ging, kamen mehr Erinnerungen an das Haus in ihm hoch. Zuerst kam der ›Look‹, alles am Rande des Zusammenbruchs. Dann kam der ›Geruch‹. Es roch schimmlig. Der andauernde Gestank des Todes lag schwer in der Luft und machte – in seiner Erinnerung – jeden Atemzug unangenehm und übel schmeckend. …“ (Seite 88)

Er hat alles verloren: seine Familie, sein Gedächtnis und seine Haut.
Ein Mann erwacht in einem Krankenhaus. Er hat schwere Verbrennungen und weiß nicht mehr, wer er ist. Doch er erinnert sich, dass er mehrere Menschen tötete.
Der Mann flieht aus dem Krankenhaus. Ohne Erinnerungen weiß er jedoch nicht, wohin er sich wenden soll.
Während er durch die Straßen streift, füllen sich langsam die Lücken in seinem Gedächtnis, bis er den Weg zurück zu seiner »Familie« findet …

Gelöscht: John Doe liegt seit über einem Monat auf der Station für Verbrennungen. Er weiß weder wer er ist, noch woher seine Verbrennungen kommen. Als die diensthabende Nachtschwester sich mit einem Arzt im Abstellraum vergnügt, ergreift er die Chance zur Flucht und geht dabei buchstäblich über Leichen, während immer wieder Erinnerungsfetzen durch sein Hirn geistern.

Ein schwer verbrannter Mann liegt ohne jede Erinnerung in einem Krankenhaus. Immer wieder hat er kurze brutale Flashbacks und ihm ist klar, er ist kein guter Mensch. Aber wer ist er? Um das herauszufinden, macht er sich auf den Weg nach Hause, auch wenn er keine Ahnung hat, wohin ihn sein Weg führt. Wer sich ihm in den Weg stellt, muss dran glauben und mit dem Töten kennt er sich aus, das zeigen ihm die Rückblenden in seinem Kopf immer wieder.
„Aus dem Feuer“ ist ein typisches Matt Shaw Werk. Böse, blutig, schlüpfrig, man glaubt zu wissen, was abgeht, folgt dem namenlosen Protagonisten auf seinem blutigen Weg nach Hause zu seiner Familie. Doch wer den Autor kennt, weiß, dass man sich bei ihm auf nichts verlassen kann, es wäre ja sonst auch zu einfach. Erschwerend kommt diesmal noch hinzu, dass man als Leser selbst nicht schlauer ist als der verbrutzelte Mann und so natürlich versucht, aus den kurzen Filmchen, die in seinem Hirn aufflackern irgendwie eine Geschichte zusammenzubasteln. Diese Abschnitte sind übrigens leicht zu erkennen, da eine andere Schriftart verwendet wurde. Eine gute Lösung, denn so kommt man nicht durcheinander.
Nachdem Matts letzte Bücher mich nicht wirklich vom Hocker gerissen haben, bin ich diesmal Feuer und Flamme, im wahrsten Sinne des Wortes. Stück für Stück entfaltet sich eine richtig fiese Story und das Ende … Wer das Buch gelesen hat, weiß, worauf ich anspiele, für alle anderen: Lasst euch einfach überraschen.^^
„Aus dem Feuer“ ist in der Extrem Reihe des Festa Verlags erschienen und nicht im Buchhandel erhältlich. Eine Auswahl von Matt Shaws englischsprachigen Büchern findet ihr in seinem Etsy-Shop.

Was für eine bösartige Geschichte voller unvorhersehbarer Twists, genau nach meinem Geschmack. Vielleicht begibt sich der gute Matt ja früher oder später nochmal zurück an den Ort der Handlung, ich für meinen Teil wäre dann auf jeden Fall dabei. Bis dahin vergebe ich für „Aus dem Feuer“ 4 von 5 Miezekatzen und kann das Buch reinen Gewissens jedem empfehlen, der auf harte, unvorhersehbare Geschichten steht.


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