„Du warst ganz allein“ – Andrew Holland

„Aber der Mann spricht nicht viel. Nur ab und zu sagt er solche Sachen, wie das mit dem Sterben. Dave will aber nicht sterben. Er hat Angst davor. Vor dem Gefühl, dass er plötzlich nicht mehr da ist. Nichts mehr denken kann. Und die Wärme seiner Mama nicht mehr spürt. …“

Was er tut, ist nicht unrecht. Aber wie es im Leben so ist, holt die Vergangenheit einen immer ein. Egal wie sehr man sich dagegen wehrt. Er hat sich gewehrt. Einen neuen Weg eingeschlagen, sich behauptet in der unwirklichen Welt, die täglich härter zu werden scheint.
Alles hat sich geändert, als das Unglück vor fünfzehn Jahren passiert ist. An das er so lange nicht mehr gedacht hat, das er verdrängte, weil es ja nicht seine Schuld war. Und nun hat er einen Plan. Allerdings muss er dafür jeden aus dem Weg räumen, der ihm im Weg steht. Einen nach dem anderen.
Detective Vincent Callum ist einiges gewohnt, doch an einem warmen Septembermorgen wird ihm ein besonders heikler Fall übertragen, der ihn zutiefst berührt. Mit seinem Team nimmt er die Ermittlungen auf und enthüllt ein entsetzliches Geheimnis, das ihn tief in die dunkle Vergangenheit des Täters zurückführt.
Die Jagd auf einen skrupellosen Psychopathen beginnt. Auf einen Killer, der vor nichts zurückschreckt, um unschuldige Menschen für eine längst vergessene Schuld zu bestrafen.
Dies ist der erste Fall für das Team der Violent Crime Unit.

Dave ist das erste Opfer. An einem warmen Septembertag wird seine Leiche im Brunnen eines beliebten Parks in Washington gefunden. Vorher hat seine Mutter noch einen Brief von ihm erhalten, sechs Worte, die ihr Hoffnung gaben, Hoffnung, dass ihr lange verschwundener Sohn doch noch lebt: „Mami, ich komme jetzt nach Hause.“ Dave ist nicht das einzige Opfer, auch die sechsjährige Pru befindet sich in den Händen des Mannes der Rache will, Rache für etwas, dass ihm angetan wurde, vor langer Zeit.
Er hat nie wirklich dazugehört, so sehr er sich auch bemühte und dann kam diese Sache, die er einfach nicht vergessen kann …

Obwohl es nicht mein erstens Buch von Andrew Holland war, nein, ich habe schon einige gelesen, hatte ich zum ersten Mal Probleme mit dem Schreibstil oder besser gesagt mit der Zeitform. Fast das gesamte Buch ist in der Gegenwart geschrieben und das hat mich irre gemacht, in keinem der anderen Werke ist mir das bisher so aufgefallen.
Dafür gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten aus der Howard Caspar Reihe, die jetzt sozusagen ihren eigenen „Ableger“ haben. Es ist toll, ihnen allen wieder zu begegnen, neben Caspar ermittelt nun also zukünftig noch ein anderes Team und das hat ein paar Befugnisse mehr.
Die Story ist hart, gerade weil es eben auch um Kinder geht, unschuldige Kinder, die mit der ganzen Sache nichts zu tun haben, man braucht schon ein dickes Fell. Während das Leid der Kinder und ihre Gedanken völlig nachvollziehbar sind, verstehe ich ihre Eltern nicht. Ziemlich schnell ist nämlich klar, das die der Grund sind, warum die kleinen entführt wurden. Mal ehrlich, wie kann man denn so kalt und gleichgültig sein, gerade beim eigenen Kind? Vor allem, wenn man weiß, wer dahintersteckt? Sorry, aber für mich ist das absolut nicht nachvollziehbar und hier büßt die Geschichte zumindest für mich ein wenig Glaubwürdigkeit ein.
Trotzdem habe ich Vincent und sein Team gern begleitet und auch das Eintauchen in den kranken Verstand des Täters war spannend. Mal schauen, was aus April wird, sie ist ein sehr interessanter Charakter, der sich trotz Handicap zu helfen weiß und da „Du warst ganz allein“ ja der Auftakt einer neuen Reihe ist, hoffe ich, dass es auch von ihr noch mehr zu lesen gibt.

Wie schon erwähnt, der Schreibstil war diesmal nicht ganz meins, ebenso wie die Handlungen einiger Personen, die mich immer wieder den Kopf schütteln ließen. Dafür bekam man einen Einblick in die Arbeit der neu gegründeten VCU, die nicht bei jedem gut angesehen ist, Vincent wird da wohl noch einige Kämpfe ausfechten müssen, bevor er und sein Team anerkannt werden. Darauf freue ich mich, trotzdem liegt mir bis jetzt Hollands andere Reihe eher, aber das kann sich ja noch ändern. Für den Einstieg vergebe ich so erstmal 3,5 von 5 Miezekatzen.

Violent Crime Unit Reihe:
01. „Du warst ganz allein“
02. „Sie sind nicht schuld“

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