„All Horrors Eve“ – Tanja Hanika

“ … »Denkst du, du könntest deine Mom wirklich umbringen. Also im Ernst?«
»Was weiß ich. Ich kann nur hoffen, dass die Satanisten sie schnappen. Aber sogar denen ist die wohl zu heftig.« …“ 

»Halloween ist die eine Nacht im Jahr, in der man Fledermäuse quietschen und Totenköpfe mit den Zähnen klappern hört, in der der eigene Schatten einen erschreckt und gruselige Musik durch die Straßen weht. An Halloween erscheint alles möglich, wenn man einen Friedhof betritt, die Kerze im ausgehöhlten Kürbiskopf ausbläst oder Gläserrücken spielt.« Hailey kann es kaum erwarten, das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Spukhaus zu besuchen, um am Halloweenabend die angeblich nie zuvor bestandene Challenge zu meistern. Ihre beste Freundin Ella hingegen freut sich mehr auf die anschließende Studentenparty, die ihre eigenen Überraschungen für die beiden Freundinnen bereithält. Um sich die letzten Tage bis dahin zu vertreiben, erzählen sie sich Gruselgeschichten, testen den Mythos »ever blow out a Jack O’Lantern!« und stellen sich ihren Ängsten mit Gläserrücken, einem Verstecken-und-Erschrecken-Spiel und vielem mehr.

Obwohl Halloween nun schon wieder einige Tage her ist, hab ich mich erst jetzt aufgerafft, meine Meinung zu Tanja Hanikas Buch in die Tastatur zu hämmern.
„All Horrors Eve“ tatsächlich meine Lektüre an jenem Abend, an dem man sich gern gruselt, Geistern und Hexen die Tür öffnet und auf ein bisschen Grusel und Gänsehaut hofft.

Leider hat mich das Buch ein wenig enttäuscht. Das ging schon mit Ella und Hailey los, zwei Studentinnen, die man bei den Halloween Vorbereitungen begleitet. Ich fand beide einfach nervig, sowohl die etwas morbide veranlagte Hailey, die eine sehr dominante Mutter hat und nicht in der Lage ist, der mal die Stirn zu bieten, als auch Ella, die vor allem Angst zu haben scheint. Dann ist da noch Scott, der männliche Part, zumindest der war mir sympathisch.
Im Laufe der Handlung wird immer wieder eine alte Gruselgeschichte erwähnt, sowas zieht ja immer und ich mag das total, leider wird auf die nicht wirklich eingegangen und so für mich eine Menge Potenzial verschenkt. Stattdessen gibt es den fast schon üblichen Ausflug in ein Gruselhaus und die Saufparty der Studenten, beides hat mich jetzt nicht unbedingt aus den Socken gehauen. Gefallen hat mir hingegen, dass auf einige Traditionen eingegangen wird, die hier nicht ganz so verbreitet sind. Trotzdem hatte ich so ein bisschen das Gefühl, dass alles, was mit dem Thema Halloween zu tun hat, irgendwie abgearbeitet wurde, dabei hätte man einige Elemente der Story wunderbar miteinander verflechten können. Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert, das ist zwar eine gewisse Abwechslung, denn nur die Mädchen hätten mich wahrscheinlich wahnsinnig gemacht, gegruselt hab ich mich aber nicht und auch das Ende fand ich recht vorhersehbar. Da der Weg dorthin trotz der verschiedenen Betrachtungsweisen über viele Gespräche zwischen Ella und Hailey führt, war er für mich ein wenig steinig.^^ 
Aus all diesen Gründen hat mich „All Horrors Eve“ nicht ganz überzeugt, es war eine nette kleine Geschichte für den Abend vor Allerheiligen, aber nichts, was mir im Gedächtnis bleibt.

Im Gegensatz zu „Ich verwese“ hat mich die Story diesmal nicht so richtig abgeholt, zu viel war vorhersehbar, mir hat so ein bisschen die Überraschung gefehlt, der Grusel und so vergebe ich für „All Horrors Eve“ solide 3 von 5 Miezekatzen. 

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