„Tannenstein“ – Linus Geschke

“ … Die Einwohner Tannensteins, die geradee ihre Frühstücksbrötchen beim Bäcker holten, schauten ihn aus zusammengekniffenen Lidern misstrauisch an. Ihre Gesichter erinnerten ihn an Ratten, die man ins Freie gescheuchte hatte und die jetzt schnell wieder zurück ins Dunkle wollten, wo sie sich weiterhin ein Leben in Sicherheit vorgaukeln konnten. … “ (Seite 7)

Wenn der Wanderer kommt, sterben Menschen. Elf in Tannenstein, einem abgelegenen Ort nahe der tschechischen Grenze. Ein Tankwart im Harz, eine Immobilienmaklerin aus dem Allgäu. Der Killer kommt aus dem Nichts, tötet ohne Vorwarnung und verschwindet spurlos.

Der Einzige, der sich ihm in den Weg stellt, ist Alexander Born: ein Ex-Polizist mit besten Kontakten zur Russenmafia. Einst hatte der Wanderer seine Geliebte getötet, jetzt will Born Rache – und wird Teil einer Hetzjagd, die dort endet, wo alles begann: Tannenstein.

Tannenstein, ein kleiner Ort mitten im Nirgendwo, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Die Bewohner bleiben unter sich und wer keine Verwandtschaft dort hat, den wird es wohl auch niemals an dieses Fleckchen verschlagen. Auf Alexander Born, einen ehemaligen Polizisten, hat es allerdings eine Anziehungskraft, der er sich nicht entziehen kann. Vor Jahren wurden dort 11 Menschen ermordet und auch seine Freundin, die den Fall untersuchte, musste ihr Leben lassen. Nun will er nur noch eins: Rache.

„Tannenstein“ war mein erstes Buch in diesem Jahr, allerdings musste die Rezi bis jetzt warten, momentan ist Zeit hier ein bisschen knapp. Aber ich habe es nun endlich auf die Reihe bekommen und teile nun endlich meine Meinung mit euch.^^

Alexander Born, gerade aus dem Gefängnis entlassen, wird von einer Polizistin zu den Morden in Tannenstein befragt. Man vermutet, dass seine tote Freundin ihm etwas über den Stand ihrer Recherchen mitgeteilt hat, doch Born weiß nicht mehr als seine Ex-Kollegen und beginnt auf eigen Faust zu ermitteln, natürlich mit der hübschen Beamtin im Schlepptau. Okay, hier ahnt man bereits wohin das früher oder später führen wird, aber das tut der Geschichte keinen Abbruch, denn Linus Geschke zieht bereits im ersten Band der Born Trilogie alle Register.
Natürlich ist auch ein Ermittler, der Schuld auf sich geladen hat, ein Raubein, an sich nichts Neues, allerdings schafft es der Autor, mit seiner Story zu punkten.
Wer ist gut, wer ist böse und was ist gerecht? Wie weit würde man selbst gehen?
In „Tannenstein“ tauchen Charaktere auf, denen wünscht man einfach die Pest an den Hals.
Born ist ein gebrochener Mann, lebt nur noch für die Jagd auf den Wanderer, seine Methoden sind grenzwertig und er muss nach und nach erkennen, dass da draußen noch ganz andere Bestien lauern, Menschen, ohne jeden Skrupel und Moral. Besonders die Einblicke in die Vergangenheit des Wanderers haben mich gefesselt, wie Born arbeitet auch er auf sein Ziel hin.
Man könnte Linus Geschke jetzt vorwerfen, dass sich sein Buch in eine etwas andere Richtung entwickelt, als der Klappentext vermuten lässt und wahrscheinlich hätte ich es nicht gelesen, wären dort einige Schlagworte aufgetaucht. So war ich zwar überrascht, hab mich aber auf diese Reise in die menschlichen Abgründe eingelassen und sie nicht bereut.

In „Tannenstein“ geht es hart zu Sache und es herrscht ein rauer Umgangston, aber der passt perfekt zur düsteren Story. Wer blutige Rachegeschichten mag, ist hier genau an der richtigen Adresse. Gut, es werden ein paar Klischees bedient, auf die ich hier nicht näher eingehen werde, dem Einen oder Anderen mag das sauer aufstoßen, mich hat es hier nicht weiter gestört. Die beiden Fortsetzung sind auf jeden Fall schon mal vorgemerkt und für „Tannenstein“ vergebe ich 4 von 5 Miezekatzen.01. „Tannenstein“
02. „Finstertal“
03. „Engelsgrund“

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