„Glasgow Smile“ – Michael Merhi

“ … »Mit deinem Blut werde ich mir die Fingernägel lackieren, Bitch!«
»Kratz ab, ich kann dich nicht leiden.«
»Auge um Auge, Blowjob um Blowjob.« …“

Stadt der Rache! In den Bad Hills, wo Rache großgeschrieben wird und die Einwohner seit jeher nach dem einfachen Motto: ›DON’T FUCK WITH US!‹ leben, haben fünf junge Frauen endgültig die Schnauze voll. Schluss mit der Unterwerfung! Schluss mit der Ja-Sagerei! Heute werden sie sich nicht nur an einer Person rächen, nein, Sir, die Ladys haben sich vorgenommen, die ganze Stadt niederzubrennen.
Wer den wütenden Mädels in die Hände fällt, ist geliefert, ganz gleich, ob prügelnder Ehemann, perverser Lüstling oder Anhänger des Ku-Klux-Klans.
Nichts und niemand kann sie aufhalten. Wie eine Faust, stellen sich die fünf Frauen einer gnadenlosen Armee von Soldaten, SWAT-Einheiten und der hiesigen Polizei. Bis an die Zähne bewaffnet nehmen sie den Kampf gegen alle auf.
Plötzlich schwirren F16-Jets über die Stadt, Panzer gehen in Stellung, das FBI und die Nationalgarde rücken mit schwerem Gerät an.
Seid ihr bereit für eine ultimative und beispiellose Rache-Aktion? Dann schnallt euch mal schön fest, lehnt euch zurück und genießt die Show! »Pardon wird nicht gegeben! Gefangene werden nicht gemacht! Wer euch in die Hände fällt, sei euch verfallen!«

Fünf Frauen haben genug von ihrem bisherigen Leben. Geprügelt, erniedrigt, missbraucht, das war gestern und Rache ist ja bekanntlich süß. Oder eben blutig und lässt Körperteile vom Himmel regnen, so wie in Rona Skyes, einem eigentlich beschaulichem kleinen Städtchen. Doch unter der Oberfläche brodelt es gewaltig …

Lange hat Michael Merhi die Leser auf sein neuestes Werk warten lassen. Sein „Candygirl“ fand ich vor Jahren richtig gut, mit „Leid und Schmerz“ hingegen konnte ich mich nicht so richtig anfreunden und „This is Madness“ SUBt hier immer noch. Aber zurück zu „Glasgow Smile„. Selbiges, auch Chelsea Grin genannt, ist eine meist von Kriminellen zur Abschreckung durchgeführte Verstümmelung, bei der durch einen beidseitigen Schnitt die Mundwinkel bis an die Ohren verlängert werden, verheilt und vernarbt erinnert das Ganze dann an ein etwas übertriebenes Lächeln.
Allerdings gibt es auch gründe, sich freiwillig ein solches Grinsen ins Gesicht zu zaubern, na ja, da fing ich bereits an, das erste Mal dezent mein Köpfchen zu schütteln. Ganz ehrlich, wer bitte tut denn sowas? Überhaupt gab es mir in dieser Geschichte wieder viel zu viele Zufälle und Ungereimtheiten, wer das Buch gelesen hat, weiß beswtimmt, worauf ich hinaus will, genau das hat mir bei „Leid und Schmerz“ schon nicht gefallen.
Hinzu kommt, dass ich mich mit den Frauen nicht identifizieren kann. Wo ich die Frauentruppe bei „Ultimative Battle of the maniac Assassins“ unterhaltsam fand, das Buch schlägt ja fast in dieselbe Kerbe, nerven sie mich hier. Auf Rache aus sein ist das Eine, immerhin steht schon in der Bibel: „Auge um Auge, Zahn um Zahn. …“, von ziellosem Gemetzel ist da allerdings nicht die Rede und genau das ist der Punkt, der mir hier aufstößt. Nein, ich bin nicht empfindlich, Redrum und Merhi, wer zu so einem Werk greift, weiß, worauf er sich einlässt. Allerdings ist mir persönlich der Autor hier etwas zu sehr übers Ziel hinausgeschossen, dabei fand ich die Schicksale von Glasgow Girl, Psycho Mon, Plastic Girl und Flip Flop Mom teilweise wirklich schlimm, allerdings ist das für mich kein Freifahrtschein. Ich hätte die Weibertruppe gern cool gefunden, aber ihre übertriebene Ausdruckweise (ja, sie ist passend, aber ich war irgendwann einfach genervt davon) und ihr Auftreten machten mir das schwerer als gedacht.

Leider habe ich mit „Glasgow Smile“ nicht ganz das bekommen, was ich erwartet habe, anstatt einem Frauentrupp auf Rachetour ging es eher darum, möglichst viel in Schutt und Asche zu legen. Für mich war das alles zu sehr over the top, aber ich bin nun mal nicht unbedingt der Action-Typ und so bleiben für mich am Ende 3 von 5 Miezekatzen.

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