„Das Haus am Rande unserer Welt“ – John Gordon

“ … »Ich bin auf diese Spur getreten und sie schien den Mond auszulöschen. Alles wurde dunkel. Mir wurde kalt und ich erstarte, und dann bin ich gestürzt.« …“ (Seite 31)  

Als der 16-jährige Dick Dodds eines Nachts durch ein Moor läuft, überquert er einen Pfad im schwarzen Schlamm. Aus irgendeinem Grund spürt er den eiskalten Schauder der »sich öffnenden Gräber«.
Das Rätsel vertieft sich, als Dick das Mädchen Helen trifft. Sie hat etwas gesehen, das wie ein mit Seilen umwickelter Mann ohne Arme und Beine aussah, der über die Landschaft glitt …
Nun werden die beiden von der schattenhaften Legende von König Johanns Schatz heimgesucht, der einst in den Sümpfen verloren ging.

Als Dick abends nach einem Treffen des Abendkurses seiner Lehrerin nach Hause geht, kommt er auf die wundervolle Idee, ein Boot zu klauen, damit bis zu einer bestimmten Stelle auf dem Fluss zu fahren und es dann zurückzubringen, eine Mutprobe unter den örtlichen Jugendlichen. Doch Dick wird abgetrieben und landet im Moor, wo ihn ein eigenartiges Gefühl überkommt. Auf dem Rückweg nach Hause kommt er an einem abgelegenen Hof vorbei, wo er auf Helen trifft. Auch sie hat das ungute Gefühl, dass dort draußen in der Nacht etwas vorgeht und gemeinsam wollen sie diesem Geheimnis auf den Grund gehen. 

„Das Haus am Rande unserer Welt“ war das letzte Buch, das ich 2025 gelesen habe und eine herbe Enttäuschung. Der Klappentext klang ein bisschen kryptisch, aber dennoch interessant und was soll ich sagen, er war für mich noch das Beste am ganzen Buch.
Das Werk von John Gordon ist im Original bereits 1970 erschienen, ein Grusel-Jugendbuch. Dementsprechend hab ich ein bisschen Nostalgiefeeling erwartet und natürlich auch die eine oder andere Formulierung, die heute nicht mehr so gebräuchlich ist. Schon nach 30 Seiten musste ich jedoch feststellen, dass ich mit dem Schreibstil so gar nicht klarkam, eigentlich ein Grund abzubrechen. Aber nein, ich dachte mir, hey, da muss doch mal noch irgendwas Aufregendes passieren. Spoiler: tut es nicht. Das ganze Buch über fahren zwei Teenager, denen ein altes Stück Treibholz Angst macht, zwischen einer Wünschelrutengängerin, einer hysterischen Lehrerin und einem aalglatten Anwalt hin und her und liefern sich zwischendrin absolut inhaltslose Gespräche mit zwei weiteren Teenagern. Dabei himmeln sie sich abwechselnd an oder sind sauer aufeinander.
Den „eiskalten Schauder der sich öffnenden Gräber“ habe ich vergeblich gesucht und auch die Spannung, den Grusel und was mir die Geschichte überhaupt sagen sollte. Da ist diese Lehrerin, die erst ihren Mann verloren hat und nun meint ihr Haus steht zwischen gut und böse, auf der einen Seite sind die silbernen Felder, auf der anderen der böse schwarze Fluss und da ist etwas, das sie holen will. Dann gibt es den Jungen, der eines Nachts seltsame Spuren fühlt, die ihm zu einem Mädchen führen, für das er natürlich sofort Feuer und Flamme ist. Und schließlich der undurchsichtige Anwalt, der einen verschollenen Schatz im Moor sucht, der zwar immer wieder erwähnt wird, aber eben nur nebenbei. Eine runde Story ergab das für mich nicht, als Teenager hätte mich das Buch wohl eher frustriert als unterhalten. Und ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich vielleicht zu doof war, es zu verstehen. Ich meine, ich kann jetzt nicht mehr dazu sagen ohne zu spoilern, aber ich hätte zumindest eine Auflösung erwartet. Ja, die gibt es irgendwie, aber sie war für mich sehr unbefriedigend. Die Story selbst hätte man auf 50 Seiten packen können, alles andere sind Gespräche, die die Handlung aber größtenteils nicht wirklich voran bringen, gerade die mit Dicks Freund Jim empfand ich immer wieder einfach nur als nervig und absolut überflüssig. Mit keiner der Figuren konnte ich mich in irgendeiner Weise identifizieren oder gar eine Beziehung zu ihr aufbauen und am Ende habe ich mich geärgert, weil ich nicht auf mein Bauchgefühl vertraut und das Buch nach 30 Seiten abgebrochen habe. Das soll jetzt keinesfalls heißen, dass es schlecht ist, es scheint ja eine Menge Anhänger zu haben, aber ich zähle definitiv nicht dazu.^^

Nervtötende Dialoge, unsympathische Figuren und eine langsam dahinplätschernde Handlung haben „Das Haus am Ende unserer Welt“ für mich leider zur absoluten Schlaftablette gemacht, für die mehr als 2,5 von 5 Miezekatzen einfach nicht drin sind.

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert