„Lass uns töten“ – Jeff Strand

“ … »Du bist komplett krank im Kopf.«
»Aber ich wehre mich nicht dagegen. Denk mal an Weinbergschnecken. Weinbergschnecken sind köstlich, wenn man sie erstmal probiert. Aber dazu muss man den Gedanken akzeptieren, Schnecken zu essen.«
»Du vergleichst den Mord an einer Frau mit Weinbergschnecken?« … (Seite 211)

Mit zwölf Jahren teilten sie sich ein Zimmer im Internat: Alex Fletcher, schüchtern und verängstigt, und der immer wütende Darren Rust. Freunde wurden sie nie. Dafür war Darren einfach zu seltsam mit seiner krankhaften Neugier auf den Tod. Eine Neugier, die ihn in etwas Unheimliches verwandelte. Das ist eine Ewigkeit her. Alex ist längst verheiratet und glücklicher Vater. Doch jetzt ist Darren zurück. Er ist der Faszination des Todes jetzt völlig verfallen. Und er sucht einen Seelenverwandten: Alex. Lass uns töten ist ein unvergesslicher Psychothriller.

Jack Ketchum: »Jeff Strand hat den Geist von Richard Laymon zum neuen Leben erweckt. Laymon hätte den Roman geliebt.« Publishers Weekly: »Unglaublich gruselig.« Douglas Preston: »Ein zutiefst beunruhigender Psychothriller. Die verstörende Beziehung zwischen zwei Freunden aus Kindertagen, die mehr als nur Feinde werden … Unerbittlich, packend und beängstigend.«

Mit 12 landet Alex nach einer Mutprobe auf der Branford Academy, auf die Eltern ihre Kinder abschieben, wenn sie sich überfordert fühlen. Dort teilt er sich sein Zimmer mit Peter, Jeremy und Darren. Letzterer ist ein Zeitgenosse mit einer etwas seltsamen Vorliebe, mit der die anderen drei Jungs bald konfrontiert werden. Das Ganze endet unschön für alle Beteiligten, doch Jahre später an der Uni trifft Alex erneut auf Darren und ist nicht sonderlich erfreut darüber.
Aber Menschen können sich ändern. Oder nicht? …

Für Jeff Strand fand ich „Lass uns töten“ extrem unkomisch, so nenne ich es einfach mal. Der schwarze Humor, der Sarkasmus, ein bisschen habe ich das schon vermisst, lediglich am Ende schimmert da kurz was durch. Aber auch „Ewig schön“ ging ja schon in diese Richtung, trotzdem ist der Schreibstil unverkennbar Strand.
Dafür ist das Buch erschreckend in mehreren Aspekten. Als erstes wäre da natürlich Darren, ohne Zweifel ein völlig durchgedrehter Psychopath, der der Überzeugung ist, Alex wäre wie er, ein Killer, der nur einen Schubs in die richtige Richtung braucht. Komischerweise kommt er immer wieder ungeschoren davon, im Gegensatz zu seinem „Partner“, der für jede Begegnung mit ihm bezahlen muss. Erschreckend sind aber auch die Eltern von Alex, die auf einen Kinderstreich für mich absolut übertrieben reagieren und damit das Ganze unbewusst in Gang setzen. Natürlich bauen Kinder eine Menge Mist, aber wie kann man es sich bei so eine Lapalie so einfach machen und sich einfach aus der Affäre ziehen? Allein das ließ mich kopfschüttelnd zurück, denn ihr Sohn ist alles andere als ein böses Kind, man schließt ihn sofort ins Herz.
Wie furchtbar schnell die Dinge außer Kontrolle geraten, zeigt dieses Buch recht gut, auch wenn ich der Meinung bin, dass manches doch etwas an den Haaren herbeigezogen ist. Näher darauf eingehen kann ich an dieser Stelle leider nicht, das würde einfach zu viel vorweg nehmen, also belass ich es einfach dabei.
Das ändert jedoch nichts daran, dass man einfach nur Mitleid mit Alex hat, der jedes Mal, wenn er glaubt, endlich auch mal Glück im Leben zu haben eiskalt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. In der Beziehung ist das Buch ein echter Höllentrip, man fragt sich immer, ob es noch schlimmer kommen kann. Und es kann, zumindest soviel kann ich verraten.^^

Ich erwähnte es schon, „Lass uns töten“ zeigt auf eine sehr eindringliche Art, wie schnell man sich in einer Situation wiederfindet, mit der man nie im Leben gerechnet hätte. Jeff Strand schafft es, diese Geschichte spannend zu erzählen, auch wenn sein unverkennbarer Humor dabei etwas auf der Stecke bleibt. Dafür erwartet den Leser in diesem bitterbösen Thriller ein Antagonist, der keinerlei Hemmungen zu kennen scheint und von dem ihr euch am Besten selbt ein Bild macht.
Ich vergebe für diesen Trip in die Dunkelheit 4 von 5 Miezekatzen.

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