„Sandman 4: Die Zeit des Nebels“ – Neil Gaiman

„… Tore zur Hölle gibt es viele. Es gibt Eingänge, die weniger gut bewacht sind als dieser, Tore, die schlechter verteidigt werden. Doch ich bin hier als Dream von den Ewigen. Ich trage meine Amtstracht, den Helm. Ich bin formell aufgeputzt. Ich habe keine Wahl, ich muss das Haupttor benutzen. Falls nötig, bin ich bereit, das Tor zu erstürmen. Eintritt zu erzwingen. Meine Macht reicht aus, das zu tun. Keine große Sache. Ich kann Türen öffnen. Sogar die zur Hölle …“

SANDMAN ist aus gutem Grund die meistgelobte und mit vielen Preisen ausgezeichnete Comic-Serie der 90er-Jahre: Die intelligente, tiefgründige Story, elegant geschrieben von Neil Gaiman und abwechselnd illustriert von den gefragtesten Künstlern der Comic-Branche, bietet eine reichhaltige Mischung moderner Mythen und finsterer Fantasy, in der zeitgenössische Literatur, historisches Drama und Legenden nahtlos ineinander übergehen. Die Saga des Sandman enthält eine Reihe von Erzählungen, die in der neunten Kunst einzigartig sind, und die Geschichte als solche wird man nie mehr vergessen. Vor zehntausend Jahren hat Fürst Morpheus eine Frau, die ihn liebte, in die Hölle verdammt. In DIE ZEIT DES NEBELS überzeugen ihn die übrigen Mitglieder seiner Familie, der Ewigen, davon, dass dies nicht gerechtfertigt war. Um es wiedergutzumachen, muss Morpheus in die Hölle reisen und seine verlorene Geliebte retten. Doch Luzifer, der Herr der Hölle, hat geschworen, Morpheus zu vernichten, und seine Pläne sind fein gestrickt…

Veränderungen kündigen sich an, deshalb ruft Destiny, einer der Ewigen, seine Geschwister zusammen. Auch Dream folgt dem Ruf seines Bruders und wird beim Familientreffen von seiner Schwester Death in ein Gespräch über seine Geliebte Nada verwickelt, die er aus gekränktem Stolz vor 10.000 Jahren in die Hölle verbannte. Nun will er seinen Fehler wieder gutmachen und Nada zurückholen, auch wenn er weiß, dass der Herr der Hölle noch eine Rechnung mit ihm offen hat. Statt der erwarteten Konfrontation übergibt ihm Luzifer jedoch ein „Geschenk“, dass er schnellstens wieder loswerden möchte, aber das erweist sich als gar nicht so einfach …

Im vierten Band der Sandman Reihe dreht sich diesmal alles um die Hölle. Was passiert, wenn Luzifer keinen Bock mehr hat? Genau damit muss sich Dream diesmal auseinandersetzen. Für Neil Gaiman der passende Plot, um dem Leser eine wilde Mixtur aus alten Kulturen, Mythen, Horrorgeschichten und auch ein bisschen Philosophie um die Ohren zu hauen. Was ist die Hölle, wozu dient sie?
Beim Familientreffen gleich zu Beginn zeigt sich, dass die Familie des Sandmans doch größer ist, als bisher gedacht, wenn ich mich recht erinnere, spielte bisher keiner außer seiner Schwester Death eine Rolle und ich hoffe, auch von den anderen gibt es in den Folgebänden noch einiges zu erfahren, denn die Ewigen an sich sind schon sehr interessante Charaktere, nur Delirium fand ich sehr nervig, aber wer weiß, vielleicht ändere ich meine Meinung da ja noch.^^
„Die Zeit des Nebels“ enthält diesmal eine abgeschlossene Story, die nur von einer Kurzgeschichte unterbrochen wird und auch die hat im gewissen Sinn etwas mit der Hölle zu tun. Doch so sehr ich die Geschichte auch mag, die Schrift im Buch ist einfach nur ein Albtraum. Schon „normal“ finde ich sie sehr schwer lesbar, dass immer wieder andere Schriftarten hinzukommen, macht es nicht besser. Für einen textlastigen Comic wie „Sandman“ ist die Umsetzung für mich nicht wirklich gut gelungen, das Ganze erschwert das Lesen einfach vollkommen unnötig. Ich musste diesmal tatsächlich Lesepausen einlegen und habe das Werk so auf 3 Tage verteilt genossen, was ja an sich nicht schlecht ist, denn so hatte ich länger etwas davon.^^

Mit „Die Zeit des Nebels“ hat Neil Gaiman mal wieder ganz meinen Geschmack getroffen, Die Hölle, Götter quer durch alle Religionen und Glaubensrichtungen und ein bisschen Schuld und Sühne. Auch wenn die Cover mich nach wie vor nicht ansprechen und die zeichnerische Umsetzung nicht immer nach meinem Geschmack ist, die Geschichten, die Neil Gaiman zu erzählen hat, sind es dafür umso mehr und so vergebe ich auch diesmal wieder 4 von 5 Miezekatzen.

01. „Präludien & Notturni“
02. „Das Puppenhaus“
03. „Traumland“
04. „Die Zeit des Nebels“
05. „Über die See zum Himmel“
06. „Fabeln und Reflexionen“
07. „Kurze Leben“
08. „Worlds‘ End“
09. „Die Gütigen“
10. „Das Erwachen“
11. „Ouvertüre“
12. „Ewige Nächte“

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