„Sinnfinsternis 2: Diener des Chaos“ – Reyk Jorden

“ … Das einzig Gute an Menschen ist, so notierte es sich Gleeves einmal, als er Trost suchte, ihre Vergänglichkeit, die Möglichkeit sie auszulöschen. Die Idee des Tötens beruhigte den Kommandanten und wiegte ihn manchmal in den Schlaf wie das Zirpen von Grillen. …“

Die Apokalypse schreitet rasend schnell voran: Es zuckt, schwelt und brodelt im Zombieland. Nach den erschreckenden Ereignissen in Georgetown erwacht Trent im Temple of Boyd, dem Hauptquartier einer Widerstandsgruppe, der sich Clara mit voller Überzeugung angeschlossen hat. Während Trent versucht, die Ziele dieser ominösen Organisation zu durchleuchten, lüften Forscher rund um den wissenschaftlichen Leiter Reuter ein Geheimnis, das den skrupellosen Kommandanten Gleeves zum Handeln zwingt. Diener des Chaos spinnt das Netz aus Sinnfinsternis: Georgetown weiter und bietet, neben eindrücklicher Grausamkeit in ungeheurer Sprachgewalt, ein wahres Kaleidoskop an Absurditäten.

Als Trent nach den Ereignissen in Georgetown wieder einigermaßen bei Kräften ist, findet er sich in einem abgeschlossenen Raum wieder, mit Clara an seiner Seite. Er befindet sich im Temple of Boyd, wo er als Mitglied rekrutiert werden soll und auf gewohnt nette Art seinen Unmut darüber kundtut. Zur gleichen Zeit betreibt der wissenschaftliche Assistent Felber seine ganz eigenen Forschungen, während Blogger Benny immer merkwürdigere Posts verfasst und seine Leser gegen sich aufbringt. 

„Sinnfinsternis: Georgetown“ habe ich bereits 2019 gelesen und fand die Geschichte um den zynischen Schreiberling Trent und Carla ganz amüsant, kurzum, es war Zeit für die Fortsetzung.
Nun ja, es fällt mir immer wieder schwer, eine Rezension zu einem Buch zu schreiben, das so gar nicht meins war, zum Glück kommt das selten vor. Natürlich weiß ich, dass ein Autor all sein Herzensblut in seine Buchbabys steckt, trotzdem war „Sinnfinsternis 2: Diener des Chaos“ leider gar nicht meins. Ich habe einige Male mit mir gekämpft und wollte das Buch abbrechen, dachte mir aber, hey, da kommt bestimmt noch was…  Leider kam nichts mehr und inzwischen ärgere ich mich ein bisschen, dass ich es nicht einfach zur Seite gelegt habe, in der Beziehung bin ich wohl etwas zu stur. Ich wollte halt wissen, wie es mit Clara, Trent und Gleeves weitergeht.
Während ich den Schreibstil im Vorgänger irgendwie erfrischend anders fand, war er hier für mich einfach unpassend. Aneinandergereihte Folter und Quälereien werden auch durch eine blumige Ausdrucksweise nicht besser. Überhaupt fand ich die ständigen Szenenwechsel ermüdend, es fiel mir schwer, die Charaktere auseinanderzuhalten und was genau sie eigentlich wollten, bei einigen Charakteren weiß ich es bis jetzt noch nicht. Sympathisch fand ich niemanden, alle waren entweder am Jammern oder große Töne spucken. Trents Wortgefechte haben ihren Biss verloren und besonders genervt haben mich Bennys Blogeinträge, die so gar nicht in die Story zu passen schienen. Aber man will ja wissen, was dahintersteckt, also musste ich weiterlesen. Manchmal wünschte ich wirklich, ich wäre nicht so neugierig.^^

Mit 3,5 von 5 Miezekatzen war „Sinnfinsternis: Georgetown“ für mich damals kein Highlight, aber ich mochte die Figuren, die alle irgendwie einen Knacks weghatten und auch der Schreibstil war ungewöhnlich. Leider kann ich all das vom Nachfolger nicht mehr behaupten, ich habe das Buch nur zu Ende gelesen, weil ich auf den großen Knall gewartet habe, der nicht kam. So leid es mir tut, mehr als 2 von 5 Miezekatzen sind hier von meiner Seite aus einfach nicht drin.

1.Sinnfinsternis: Georgetown“
2. „Sinnfinsternis 2: Diener des Chaos“

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