„Pigs“ – Wade H. Garrett

“ .. Während sich die Tage hinzogen, wuchs Jakes Wunsch nach Rache mit jeder Stunde, die verging. Er hatte nicht nur seine Familie durch die Hand dieser verlogenen Männer verloren, sondern auch das Justizsystem hatte nicht für Gerechtigkeit gesorgt. Gerechtigkeit für sich, Emily und Abigail zu erlangen war das Einzige, was er jetzt wollte. …“ (Seite 26)

Jake kann es nicht fassen: Emily ist tot!
Drei Polizisten sind für den Tod seiner hochschwangeren Frau und der ungeborenen Tochter verantwortlich. Aber vor Gericht kommen sie davon. Freispruch.
Doch Jake fällt sein eigenes Urteil!
Zwei Jahre später befindet er sich auf einem drakonischen Rachefeldzug. Die Cops müssen büßen. Einer nach dem anderen, Körperteil für Körperteil …

Sadismus-Experte Wade H. Garrett schickt seinen Protagonisten auf einen Trip voller Folter und Blutvergießen.

Als Jake mit seiner schwangeren Frau auf dem Weg ins Krankenhaus ist, wird er von drei Polizisten angehalten. Doch anstatt der erhofften Eskorte zum Krankenhaus gibt es Spott und Hohn und am Ende des Abends sind Emily und das ungeborene Baby tot. Jake zieht vor Gericht, doch die Klage wird abgewiesen und die Polizisten kommen ungestraft davon. Das kann Jake ihnen nicht durchgehen lassen.

Ich mag das Cover von „Pigs“ und war gespannt darauf, was Wade H. Garrett neben der „Ein Blick in die Hölle“ Reihe noch so auf Lager hat. Mit „Idioten“ ist ein der Extremreihe ja schon ein Einzeltitel erschienen, der mich allerdings nicht sonderlich begeistert hat. Leider ist das auch bei „Pigs“ wieder der Fall. Jake schreit geradezu nach einem Vergleich mit Seth, dem „Helden“ aus EBIDH, wobei letzterer eindeutig besser abschneidet. Rein inhaltlich unterscheiden sich die Geschichten nicht wirklich, es geht um Rache und um Folter, darum, die anderen leiden zu lassen. Was bei Seth noch unterhaltsam und ab und an sogar ganz witzig ist, nervt bei Jake allerdings, vor allem weil hier jeder Charakter mit einem Schauspieler verglichen wird, das beginnt bereits auf der ersten Seite und zieht sich dann durch das ganze Buch.

“ … Emily fand, dass er dem Schauspieler Colin Farrell ähnelte, und er fand, dass sie mit ihren roten Haaren, den Sommersprossen und den grünen Augen Emma Stone ähnlich sah. …“ (Seite 7)

Warum macht man so etwas? Ein Vergleich hier und da ist ja ganz gut, ich mache mir von den Figuren beim Lesen aber immer ganz gern selbst ein Bild, das war so unmöglich, ständig geisterten die Bilder von irgendwelchen Promis durch meinen Kopf, was nebenbei auch noch meinen Lesefluss störte.
Die Story an sich bot nichts Neues, allerdings fand ich die Idee mit dem alternativen Ende toll, man kennst das ja aus Filmen, in einem Buch ist mir sowas vorher allerdings noch nicht begegnet. Leider rettet das die Geschichte auch nicht mehr, die für mich einen Protagonisten hat, mit dem ich nicht viel anfangen kann. Was ihm passiert ist erschreckend und mit Sicherheit gibt es da draußen genug Menschen, die ihre Machtstellung mit Freude ausnutzen. Meinem kleinen schwarzen Herz sollte es also Freude bereiten, Jake auf seinem blutigen Rachefeldzug zu begleiten, trotzdem kann ich mit ihm nicht mitfiebern und hab keine Ahnung warum. 

„Pigs“ ist ein Buch, dass ich schnell durchgelesen und ebenso schnell wieder vergessen habe. Die ständigen Vergleiche mit irgendwelchen Promis gingen mir schon nach dem zweiten Mal gehörig auf den Keks. Blut und Gewalt gab es im Überfluss, aber das allein macht noch lange keine gute Story und auch mit Jake wurde ich leider nicht wirklich warm.
Am Ende bleiben 3 von 5 Miezekatzen und die Erkenntnis, dass ich mich doch lieber an Seth halte.

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