„One Night in Dubai“- Nadine Teuber

“ … Ein Schauer überfiel sie. Konnte es wirklich so viele Zufälle auf einmal geben? Sie drehte sich mit tausend Fragezeichen im Kopf zu Djamal.
Er beugte sich vor und fragte leise: »Wie lange kennst du Pascal schon?« …“

Eine Vision.
Ein letzter Urlaub in Dubai.
Eine verschwundene Freundin.

Ein letzter gemeinsamer Urlaub – mehr wünscht sich Jenny nicht von Pascal, der als Krypto-Trader nach Dubai auswandert. Schon im Flugzeug zweifelt sie: Wer ist der Mann an ihrer Seite? Hat sie sich in ein Trugbild verliebt? Was hat er wirklich mit ihr vor?

Eigentlich sollte sich Jenny auf den Urlaub in Dubai freuen, doch es ist der letzte mit Pascal, denn der wird in der Glammermetropole bleiben, während Jenny in ihr altes Leben zurückkehrt. 
Der Ärger beginnt schon im Flieger, denn das Paar sitzt nicht zusammen. Während Jenny den galanten Araber neben sich zu ignorieren versucht, flirtet Pascal 2 Reihen vor ihr mit einer hübschen jungen Frau. Und auch auf ihrem ersten gemeinsamen Ausflug lässt er sie zurück. Und dann taucht ihr Sitznachbar aus dem Flieger wieder auf und der hat einiges zu erzählen …

„One Night in Dubai“ ist der zweite Band der neuen „Last Minute in den Tod“ Reihe der Mord(s)lustigen, diesmal aus der Feder von Nadine Teuber. Natürlich musste ich mir das eBook zulegen, auch wenn Krypto-Währungen und das ganze Drum und Dran jetzt nicht unbedingt mein Ding sind. Doch darum geht es vordergründig auch gar nicht, selbst wenn es der Aufhänger der Geschichte ist.
Bei so wenigen Seiten wird man natürlich ohne Umschweife in die Geschichte um den letzten gemeinsamen Urlaub geworfen, der mehr und mehr zum Albtraum wird. Bis sich Jenny schließlich die Frage stellen muss, ob sie ihren Noch-Partner eigentlich wirklich kennt.
Auch wenn ich die Gefühle der jungen Frau nachvollziehen kann, ist sie mir deshalb nicht sonderlich sympathisch. Ihr permanenter Pessimismus nervt, alles hat einen Haken, sie versinkt immer wieder in Selbstmitleid. Klar ist ihre Situation jetzt nicht so erfreulich, aber eigentlich bringt sie sich mit genau dieser Einstellung selbst in eine sehr unangenehme Lage. Doch nicht nur sie ist leicht beeinflussbar und daraus entwickelt sich ein perfides Spiel. Wie sehr vertrauen wir einander und was muss geschehen, dass wir unseren Partner mit anderen Augen sehen?
Ich muss zugeben, ein bisschen aufgesetzt wirkt das Ganze schon, ein wenig zu viele Zufälle, aber insgesamt bleibt „One Night in Dubai“ glaubwürdig und nachvollziehbar. Ich habe mich tatsächlich gefragt, wie ich wohl in einer solchen Situation reagieren würde. Habe ich vielleicht doch mehr mit Jenny gemeinsam als gedacht? Die arabische Stadt, in der der Reichtum förmlich greifbar ist, eignet sich hervorragend als Kulisse für die Geschehnisse, wer träumt in dieser Kulisse denn nicht von Geld und Luxusleben?
Die Story ist kurz und knackig, perfekt als Bettlektüre geeignet, wobei eine Fragen, die aufgeworfen werden wohl eher nicht für angenehme Träume sorgen dürften. Der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende konstant, immer wieder fragt man sich als Leser, was hier eigentlich abgeht. Eine Antwort werdet ihr von mir allerdings nicht bekommen, dafür müsst ihr schon selbst zum Buch greifen.

Auch wenn die meisten von uns wohl niemals in diese Situation geraten werden, ist der Plot zu Nadine Teubers Kurzthriller keineswegs an den Haaren herbeigezogen. Kryptowährungen gewinnen immer mehr an Bedeutung und wo sich leicht Geld verdienen lässt, sind natürlich auch die schwarzen Schafe nicht weit, also überlegt euch gut, wem ihr vertraut.
Ich jedenfalls lasse meine Finger vom digitalen Schotter und vergebe 4 von 5 Miezekatzen.

01. „Julie“ – Nathalie Schauer
02. „One Night in Dubai“ – Nadine Teuber
03. „Cap Andritxol“ – Rana Wenzel

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