„Something lingers“ – J. S. Mancapello

»Die Leute sagen, dass in diesem Haus das Böse wohnt. Und dass es die Menschen, die darin leben, in den Wahnsinn treibt.«

Der Mann, dessen Namen man nicht nennt, liebt es, Geschichten zu erzählen. Dies ist eine davon:
Eigentlich soll das kleine Häuschen im Wald der lang ersehnte Neuanfang für Luzie und Hannah werden.
Doch Luzie fühlt sich vom ersten Moment an unwohl. Das Haus ist ihr unheimlich, wirkt düster, fast bedrohlich – und warum sind sämtliche Fenster vergittert?
Sie versucht, ihre Ängste zu unterdrücken. Für Hannah. Für die gemeinsame Zukunft. Doch schon bald häufen sich merkwürdige Zwischenfälle. Und spätestens als Luzie ein seltsames Loch in der Wand entdeckt, beginnt sie zu zweifeln. Verliert sie den Verstand? Oder lauert hinter der dunklen Fassade ein noch dunkleres Geheimnis?

Zwei Frauen und ein Neuanfang, der unter keinem guten Stern steht, denn das geerbte Haus erweist sich als ungemütliche Bruchbude. Trotzdem versuchen Luzie und Hannah das Beste aus ihrer Situation zu machen, selbst dann noch, als sie gruselige Geschichten über ihr neues Heim heim hören und seltsame Geräusche sie den Schlaf kosten.

In „Something lingers“ wird der Mann, dessen Namen man nicht nennt nun schon zum dritten Mal auf die Menschheit losgelassen und zeigt, dass selbst heiliger Boden ihn nicht davon abhalten kann, seine Geschichte zu erzählen, denn vor ihm ist niemand sicher, nirgendwo.
Und wie immer fängt seine Story harmlos an. Stell dir vor, du erbst ein Häuschen im Wald, das klingt doch wunderbar idyllisch, oder? Für Luzie, die nach dem Tod ihrer Tante in deren Heim einzieht, ist das Haus, das abgelegen im Wald in der Nähe eines kleinen Dorfes liegt die letzte Rettung. Zusammen mit ihrer Freundin Hannah will sie dort ein neues Leben beginnen, nicht ganz freiwillig, denn Geldsorgen zwingen die beiden, ihr Großstadtleben aufzugeben. Doch das neue Zuhause wirkt erdrückend und dann hört sie auch noch seltsame Geräusche in den Wänden und Gruselgeschichten in der Dorfkneipe.
Zwei junge Frauen wagen einen Neustart, wenn auch unter nicht wirklich optimalen Bedingungen, denn ihr neues Zuhause wirkt alles andere als gemütlich auf sie. Während Hannah versucht, das Ganze positiv zu sehen, macht sich bei Luzie von Anfang an ein ungutes Gefühl breit. Dass sie damit Recht behalten soll, ist klar, denn J. S. Mancapello schafft es auch hier wieder, von Anfang an eine düstere Stimmung zu verbreiten, auch wenn erstmal nicht weiß, warum. Etwas scheint mit dem Haus nicht zu stimmen, soviel ist klar. Doch nicht nur dort gibt es Probleme, auch Luzie hat zu kämpfen, denn in der Abgeschiedenheit des Waldes melden sich ihre Panikattacken zurück und nicht nur die stellen die Beziehung des Paares auf die Probe.
Holla die Waldfee, was war das bitte für ein verrückter und bitterböser Ritt? Eine alte baufällige Hütte, merkwürdige Kinder und eine Dorfbevölkerung, die gruselige Geschichten erzählt, natürlich macht mein kleines schwarzes Herzchen da Freudensprünge. Hinzu kommen zwei sehr unterschiedliche Protagonistinnen, die ich sofort ins Herz geschlossen habe und in deren Lage ich mich ohne Probleme versetzen kann. Das Tüpfelchen auf dem i ist hier jedoch der Schreibstil der Autorin, die immer wieder mit sehr bildhaften Vergleichen arbeitet, so dass es nahezu unmöglich ist, nicht komplett ins Geschehen einzutauchen und mit den beiden mitzufiebern. Und das alles ohne Schockmomente und Blutvergießen, denn das Grauen kommt auf leisen Sohlen, langsam aber stetig. Wer also bisher dachte, ein Haus zu erben wäre eine tolle Sache, wird seine Meinung nach dem Lesen des Buches vielleicht ändern oder zumindest Nachforschungen anstellen.
Mich hat „Something lingers“ total gefesselt und die Ankündigung, dass es bald mehr über den Mann, dessen Namen man nicht nennt zu lesen geben wird, weckt bei mir enorme Vorfreude, hoffentlich werde ich nicht zu lange auf die Folter gespannt.

Die dritte Geschichte des Mannes, dessen Namen man nicht nennt, ist bisher mein persönlicher Favorit. Eine fesselnde Story, die wirklich toll geschrieben ist, dank der bildhaften Vergleiche habe ich mich gefühlt, als wäre ich direkt vor Ort. Gänsehautfeeling und ein fetter Daumen nach oben, das ist mir 4,5 von 5 Miezekatzen wert.

01. „Mhelanohm“
02. “ Lost in little Sinai“
03. „Something lingers“

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