„Geisterhaus“ – Jeff Strand

“ … Sie würden aus diesem Albtraum von einem Haus verschwinden. Sofort. Und sie würden nie zurückkommen. Es war ihr egal, ob sie die Leute bezahlen müsste, um ihre Sachen abzuholen, und ob sie Kreditkartenschulden anhäuften, indem sie in einem Hotel wohnten.  Die Familie Gardner war fertig mit diesem Dreckloch. …“ (Seite 139)

Eine Invasion von jenseits des Grabes. Das Haus ist nicht perfekt, aber gut genug, um es zu mieten. Doch unglücklicherweise haben die Gardners und ihre beiden jungen Töchter den falschen Ort gewählt … Erst verrotten die Lebensmittel. Dann drehen die Menschen durch. Und als sich die Geister zeigen, bricht die Hölle los. Eine blutige, brutale Spukhausgeschichte. Durchzogen mit dem skurrilen Humor von Jeff Strand.

Als Boyd Gardner befördert wird, feiert die Familie mit Pizza, dann macht der Familienvater sich auf die Suche nach einem Haus, denn Umziehen ist angesagt. Viel Zeit bleibt nicht und so sind die Ansprüche auch nicht so hoch, Hauptsache es gibt zwei Kinderzimmer für die Töchter Naomi und Paige.
Ein Haus ist bald gefunden, der Umzug geht recht schnell von statten. Doch dann weht ein merkwürdiger Geruch durchs Haus und das Essen verfault, aber das ist erst der Anfang …

Eigentlich mag ich den Humor von Jeff Strand („Blister“ war einfach großartig), aber ab und an geht er auch mal total an mir vorbei, so wie im Fall von „Geisterhaus“. Dabei beginnt das Buch durchaus spannend mit Boyds Beförderung und der Suche nach dem Haus. Im zweiten Erzählstrang begleitet der Leser drei, nennen wir sie mal merkwürdige Gestalten, die den Auftrag bekommen, eine alte Frau möglichst brutal um die Ecke zu bringen, Potenzial ist also durchaus vorhanden, allerdings finde ich, das der Autor das nicht wirklich genutzt hat. Der Humor ist recht flach und für meinen Geschmack für diese Geschichte irgendwie unpassend, ich habe auf jeden Fall das Grinsen auf den Lippen vermisst, das mich sonst bei der Lektüre seiner Werke heimsucht. Die Geister wirken krampfhaft auf witzig getrimmt, dabei sind sie das absolut nicht, für mich passen die brutalen Angriffe und die fast schon ins Lächerliche gezogene Beschreibung einfach nicht zusammen. Mag sein, dass das auch an der Übersetzung liegt, denn mir sind immer mal wieder etwas merkwürdig formulierte Sätze aufgefallen, die nicht so ganz zu passen schienen. Sicherlich lässt sich Strand nicht ganz so einfach übersetzen, aber bei keinem anderen seiner Bücher bin ich bisher so über die Worte gestolpert. Ab und an schimmert der böse Strand-Humor sogar mal durch, mir persönlich aber einfach viel zu wenig. Hinzu kommt außerdem noch, dass ich mit der Familie Gardner nicht so richtig warm geworden bin, die 13-jährige Tochter Paige war schon sehr speziell und hat sich mit ihrem ständigen Rumgejammer bei mir keine Sympathiepunkte erspielt, aber auch Boyd und Adeline handeln als Eltern manchmal schon sehr merkwürdig, da ist ein wehleidiger Teenager fast schon das geringere Problem.

Schade, das Buch beginnt gut, wird für mich dann aber immer nerviger und unglaubwürdiger. Vieles wird in die Länge gezogen, anderes einfach nicht weiterverfolgt, so wie die Story um Gina und ihre Schwester, über die beiden hätte ich gern mehr erfahren. Jeff Strand kann so tolle Geschichten erzählen, leider gehört „Geisterhaus“ für mich nicht dazu und so vergebe ich diesmal auch nur 3 von 5 Miezekatzen. Ich hoffe, „Der Zyklop“ zaubert mir beim Lesen wieder ein Lächeln ins Gesicht.

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