„Hit the Road, Jack!“ – Torsten Sträter

“ … Ich wollte nur am Tisch sitzen, Figuren schnitzen und rauchen, bis ich spürte, dass ich alt war, und dann sterben, Der Gedanke, langsam in meinem Hobbyraum zu verwesen, war in Ordnung. …“
(„Post it“, Seite 55)

Der dritte und letzte Band von Jacks Gutenachtgeschichten setzt den Schwerpunkt auf Autos, Straßen und Wege in andere Welten.

Auch diesmal erwartet den Leser ein Mix aus Ironie, Grusel und gelegentlich abstrusen Pointen. Es ist Torsten Sträters letztes Werk aus der Welt des Horrors, bevor er sich gänzlich dem Humor verschrieb und zu einem fernsehbekannten Star wurde.

Auch im 3. Band von Jacks Gutenachtgeschichten lässt Torsten Sträter seiner blutigen Fantasie in  wieder freien Lauf. In 13 Kurzgeschichten rollen Köpfe, werden Masken angefertigt oder geheimnisvolle Türen geöffnet, es wird geschneidert, gefuttert und natürlich gekillt. Doch nicht immer gibt es Tote, manchmal kommt der Schrecken auch aus einer ganz anderen Ecke. …

Teil 1 und 2 von Jacks Gutenachtgeschichten habe ich schon vor einiger Zeit gelesen, jetzt fiel mir der Abschlussband mal wieder in die Hände und bevor ich ihn erneut im Regal verstaut habe, dachte ich mir: Hey, kannst du eigentlich auch endlich mal lesen. Gesagt – getan.^^
Der eine oder andere weiß vielleicht, dass ich Torsten Sträter sehr mag und im Oktober hoffentlich auch endlich wieder live erleben werde, aber mit seinen Horrorgeschichten tue ich mich ein wenig schwer. Und das liegt mit Sicherheit nicht am Schreibstil, denn der ist eigentlich genau so, wie er heute auf der Bühne redet, bissig, wortgewandt. Mir allerdings sind die Storys teilweise zu abgedreht, um sie ernst nehmen zu können, aber meist nicht witzig genug, um darüber zu schmunzeln, ein Dilemma.
Das soll aber keinesfalls heißen, dass das Buch schlecht ist, von allen drei Werken fand ich es sogar am besten, gerade weil er gleich zu Beginn mit „Das Dessert“ und „Zimt“ ganz meinen Geschmack getroffen hat. Dann folgt aber gleich ein weiterer Kritikpunkt meinerseits, denn einige der Geschichten sind für mich nicht wirklich Horror. Ja, bitterböse sind sie alle, ohne Ausnahme, aber Horror? Natürlich ist das nur aber auch nur meine bescheidene Meinung. Eine willkommene Abwechslung hingegen war die Comicumsetzung von „Berechtigter Münzweinwurf“ aus „Hämoglobin“, seltsamerweise musste ich da grinsen, aber manches kann man irgendwie nachvollziehen und ja, ich bin halt ein garstiges Wesen, da steh ich zu.^^
Lange Rede, kurzer Sinn, gerade Anthologien haben es bei mir schwer, da sind immer ein paar Geschichten drin, die sind wirklich geil, dann kommt ein Teil, der ist so lala und dann eben die, mit denen ich gar nichts anfangen kann, „Wahrscheinlich gegen 11“ war eine von denen. Aber wahrscheinlich lag das an mir, denn bei den Zeitangaben musste ich immer an das Diättagebuch denken und natürlich an: „Ich esse eine Banane …“.  

Nein, so richtig bin ich mit Torsten Sträters Horrorgeschichten auch im dritten und letzten Band nicht warm geworden, aber „Hit the Road, Jack!“ ist für mich eindeutig der beste der Reihe. Nach wie vor finde ich die Bildsprache und die Metaphern toll, ab und an konnte ich mir das Grinsen einfach nicht verkneifen, aber die meisten Storys haben mich einfach nicht gecatcht, wie man so schön sagt. Und so vergebe ich mit einem weinenden Auge 3,5 von 5 Miezekatzen, aber hey, was solls, Torsten, ich find dich trotzdem geil, das musste jetzt mal gesagt werden und selbst ein Stephen King hat es mit seinen Kurzgeschichten bei mir nicht leicht.Jacks Gutenachtgeschichten:
01. „Hämoglobin“
02.“Postkarten aus der Dunkelheit“
03. „Hit the Road, Jack!“

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