„Die Grimm-Chroniken 9: Die verbotene Farbe“ – Maya Shepherd

“ … Es war eine Bürde, von der Simonja nicht wusste, ob sie in der Lage wäre, diese zu tragen. Aber sie hatte keine Wahl, genauso wenig wie die Menschen, deren Namen in der Nuss standen. Es machte keinen Unterschied, wie alt sie waren, wie schön, wie reich oder wie gut. Der Tod fand jeden. …“ (Seite 132)

Samt eines kühlen Lufthauchs trat eine Gestalt in einem roten Umhang ein. Sie streifte sich die Kapuze vom Kopf und zum Vorschein kam ein etwa sechzehnjähriges Mädchen. In gewisser Weise wirkte sie wie eine ältere und taffere Version von Rotkäppchen, nur dass sie außer eines Korbes mit Wein und Kuchen auch noch eine große, scharfe Sense bei sich trug.

Engelland hat jetzt zwar eine Sonne und einen Mond, dafür schneit es seit Jahren, es herrscht Hunger und die Männer fallen noch immer im Krieg. Auch Mary geht es immer schlechter, außerdem trauert sie ihrer bei der Geburt verstorbenen Tochter hinterher.
Und dann ist da noch Simonja, die an ihrem 15. Geburtstag erfährt, was ihre Berufung ist …

Nach einer kleinen Pause war mir mal wieder nach einem Besuch in der Märchenwelt, also habe ich mich gleich auf den Weg gemacht.
Der größte Teil von Band 9 der Grimm-Chroniken spielt diesmal in Engelland, wo Maggy zu sich kommt und auf dem Weg zum Hexenhaus erkennt, welche Rolle im Märchen die ihre ist. Nach Ember steht jetzt allerdings das Mädchens im roten Umhang im Mittelpunkt. Wer sie ist, weiß der Leser bereits seit Band 8, nun wird ihre Geschichte erzählt und fügt sich wunderbar in die vergangenen Ereignisse ein. Und mal ehrlich, Rotkäppchen mit Wein, Kuchen und Sense, wie cool ist das denn bitte? Außerdem gibt es erneut Anspielungen auf andere Märchen, Embers gläserne Schuhe zum Beispiel und, was mich diesmal besonders fasziniert hat, ich erlebe bereits vergangene  Ereignisse noch einmal, allerdings aus einem anderen Blickwinkel. Das ist etwas verwirrend, macht die Geschichte aber umso interessanter, denn erneut frage ich mich am Ende, wer ist hier wirklich gut und böse? Ist eine eindeutige Zuordnung hier überhaupt möglich? Eigentlich könnte alles so einfach sein, die böse Königin, das arme Schneewittchen, aber immer wieder komme ich ins Schlingern, wenn ich die Passagen über Mary lese, die inzwischen so viel mitgemacht hat. Mit ihr und ihrer Tochter hat die Autorin zwei Charaktere erschaffen, bei denen es wirklich verdammt schwer fällt, sie in eine Schublade zu stecken. Außerdem kommen immer wieder neue Figuren ins Spiel, die Rätsel aufgeben, die man sofort mag oder verabscheut, Maya Shepherd schafft es, dass man Mitleid hat, die Daumen drückt oder ihnen schlicht und ergreifend die Pest an den Hals wünscht.
Ich hab da inzwischen so eine Vermutung in welche Richtung sich das Ganze bewegen könnte, der Grundstein dafür wurde gelegt und wenn die sich als wahr erweist, wird wieder alles über den Haufen geworfen.
Schauen wir mal.^^

Der neunte Teil der Grimm-Chroniken hat mich voll in seinen Bann gezogen, natürlich gibt es auch diesmal wieder ein paar Erklärungen und eine Menge neue Fragen, sowie ein Rotkäppchen, dass ein Problem mit seiner Großmutter hat. Ich habe Simonja gleich ins Herz geschlossen und hoffe darauf, von ihr noch mehr zu erfahren, immerhin geht sie ja einer wichtigen Beschäftigung nach.^^
Tja, was soll ich noch großartig dazu schreiben, von mir gibt es die üblichen 4 von 5 Miezekatzen.

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