„Die Bücher des Blutes IV – VI“ – Clive Barker

„… Es war eine große Erleichterung, die Geschichte erzählen zu können. Nicht, weil er in Erinnerung bleiben wollte, sondern weil das Erzählen ihm die Geschichte von der Seele nahm. Jenes Leben, jener Tod, sie gehörten nicht mehr ihm. Er hatte Besseres zu tun, wie alle hier. …“ (Seite 782 – 783)

Die Bücher des Blutes vom Meister des Horrors – vertrauen Sie nichts außer Ihrer Angst … Sechzehn Kurzgeschichten aus der Feder des mit dem World Fantasy Award ausgezeichneten Autoren Clive Barker. Grausam, verstörend, blutig und wortgewaltig – seine Erzählungen sind Meilensteine der Horror-Literatur. Die vorliegende Ausgabe versammelt die Bände 4-6 der sechsbändigen Reihe.

Im zweiten Band der „Bücher des Blutes“ erwarten den Leser 14 Kurzgeschichten ganz unterschiedlicher Art, mal kurz, mal etwas länger, mehr oder weniger blutig.
Auch wenn ich mit Band 2 begonnen hab, einfach, weil mir so war, hab ich mir vorher natürlich die erste Geschichte im ersten Teil durchgelesen, denn die ist der Einstieg in Barkers grauenvolle Welt.   

Ich erwähnte ja bereits, dass „Die Bücher des Blutes“ lange auf meinem SUB lagen, dabei hatte ich schon mal richtig Bock, mich darüber herzumachen. Leider sind die beiden Bücher aus dem Nikol Verlag, die ich besitze, alles andere als handlich, die Seiten sind sehr dünn, die Schrift recht klein und mehr als einmal ist mir das Buch einfach zugeklappt. Deswegen wanderte es nach zwei gelesenen Stories vor einiger Zeit zurück ins Regal. Aber hey, jetzt wo es draußen kalt und dunkel ist, wäre es doch genau das Richtige, dachte ich, denn die Bücher, die ich bisher von Clive Barker gelesen habe, mochte ich gern, er hat einen sehr anschaulichen Schreibstil. Eigentlich hätte diese Anthologie bei mir also voll ins Schwarze treffen müssen, aber …
Mal abgesehen vom Buch als solches haben mich bereits die ersten beiden Geschichten gelangweilt, es konnte also nur besser werden. Oder eben nicht. Mit der Hoffnung auf die Story, die mich vom Hocker haut, habe ich mich tapfer immer weiter vorwärts gekämpft. Den Gnadenstoß hat mir dann „Das Verbotene“ gegeben, 1992 als „Candyman“ verfilmt, dieses Jahr kam das Remake in die Kinos. Der Killer mit der Hakenhand, der einem im Film Schauer über den Rücken jagt, ist hier schlicht und ergreifend der „Bonbonverkäufer“. Hallo, was soll das denn? Ich weiß natürlich nicht, ob er im Original tatsächlich schon Candyman hieß und es einfach nur furchtbar übersetzt wurde, aber für mich geht das gar nicht. Leider ist „Das Verbotene“ nur halb so gut wie der Film, ja, ab und an kommt so etwas tatsächlich mal vor, ich konnte es selbst fast nicht glauben. Am spannendsten war für mich tatsächlich „Das Buch des Blutes“, die Rahmenhandlung sozusagen, mit der der erste Band beginnt und der sechste endet, da kommt Barkers Schreibstil richtig zu tragen, ansonsten vermisse ich den leider im Rest des Buches. Der erste Band wird wohl noch eine Weile im Regal vor sich hinvegetieren müssen, auch wenn ich immer noch gespannt auf „Moloch Angst“ und  „Der Mitternachts-Fleischzug“ bin, denn auch da fand ich die Filme sehr gelungen. Vielleicht picke ich mir diese zwei Geschichten aber auch einfach raus und schenke mir den Rest, ich bin mir da noch nicht so sicher.
Und noch ein kleiner Tipp am Rande, auch wenn die beiden Bücher aus dem Nikol Verlag preislich nicht zu schlagen sind, kauft eine andere Ausgabe, ansonsten wird das Lesen ziemlich anstengend.^^

Lange Rede, kurzer Sinn. Ja, ich bin enttäuscht, irgendwie habe ich mehr erwartet als Geschichten zum Gähnen. Natürlich waren auch ein paar darunter, die mich ganz gut unterhalten haben, aber im Gedächtnis bleiben wird mir wohl keine einzige, schade. So leid es mir auch tut, mehr als 2,5 Miezekatzen sind hier einfach nicht drin. Vielleicht kann mich ja Teil I – III überzeugen, sollte ich mich nochmal aufraffen, aber das wird mit Sicherheit dauern. 

„Die Bücher des Blutes I- III“
„Die Bücher des Blutes IV – VI“

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