„Sandman 5: Über die See zum Himmel“ – Neil Gaiman

“ … Gefährlich vielleicht. Aber böse? Sie verhält sich, wie es ihre Natur ist. Ist das böse? …“

„In ÜBER DIE SEE ZUM HIMMEL spinnt Gaiman ein Garn, das Welten umspannt, begonnen bei den Bewohnern eines heruntergekommenen Apartmenthauses bis zu denen einen Narnia-ähnlichen Landes, das von einem Feind bedroht wird, den man den Kuckuck nennt. Gaimans amüsante Bezüge zu Weltmythen verleihen der Serie Reichweite und Zeitlosigkeit, doch wie immer sind es die Figuren, die wirklich herausragen. Diesmal gehören zu der prächtig bunten Truppe eine Transe, ein punkiges Lesben-Paar, mehrere sprechende Tiere, ein abgetrennter sprechender Kopf, die verwirrte Heldin Barbie und natürlich Morpheus selbst, der titelgebende Traummeister…” – Elizabeth Hand, Detroit Metro Times ÜBER DIE SEE ZUM HIMMEL …

Als Barbara mit ihrer Freundin Wanda unterwegs ist, begegnet sie erst einer merkwürdigen alten Frau, die ihre Umgebung immer wieder wissen lässt, dass sie keine Hunde mag und schließlich einem großen pelzigen Wesen, dass von der Polizei erschossen wird. Irgendwie fühlt sie sich ihn verbunden wie einem alten Freund aus Kindertagen. Damit liegt sie gar nicht so falsch, denn er ist gekommen um Prinzessin Barbie nach Hause zu holen, damit sie ihr Land vor dem bösen Kuckuck rettet.

Tja, was soll ich schreiben?
Zum ersten Mal kann ich mit einer Story der Reihe nichts anfangen, Barbara und ihre Freundinnen gehen mir einfach nur fürchterlich auf die Nerven. Dass sie alle ja so anders als der Rest sind und darauf immer wieder herumgeritten wird, macht es für mich nicht besser. Barbie selbst hatte ja schon einen Auftritt in einem der vorherigen Bände, sympathischer geworden ist sie mir allerdings auch hier nicht. Dann wären da noch Wanda, ihre Busenfreundin, die ja eigentlich gar keine richtige Frau ist, was immer wieder betont werden muss, das nicht ganz so clevere Lesbenpaar Hazel und Fox und zu guter Letzt neunmalkluge Thessaly. Es tut mir leid, aber für mich ist das keine Gruppe, der ich gerne angehören möchte, ich glaube, ich würde jeder einzelnen persönlich den Hals umdrehen und dabei habe ich eigentlich ein Herz für Freaks. Das hat absolut nichts mit der sexuellen Vorlieben der Frauen zu tun, hier erscheint mir nur alles aber so dermaßen klischeehaft auf die Spitze getrieben, dass ich nur mit dem Kopf schütteln möchte. Der Hammer war für mich Hazels Schwangerschaftsgerede. Ernsthaft jetzt? Die beiden hätten unabhängige Frauen sein können, aber scheinbar ist zumindest eine von ihnen dumm wie Toastbrot, das hat mich fast schon wütend gemacht.
Die Story von „Über die See zum Himmel“ selbst ist dermaßen abgedreht, an sich auch toll, aber hier hab ich wirklich keine Ahnung, was mir Neil Gaiman damit sagen wollte. Ja, Barbie hat sich als Kind ein Traumland erschaffen und jetzt als Erwachsene muss sie festellen, dass da einiges im Argen liegt, an dem sie nicht ganz unschuldig ist. Das ist mir allerdings zu wenig für eine gute Geschichte und das auf versönlich getrimmte Ende kann da auch nichts mehr retten. Schade, ich hab mir von dem Buch wirklich mehr erhofft.

Man muss Charaktere in Büchern nicht mögen, wenn sie einem allerdings nur auf den Keks gehen, ist das keine gute Basis. Vielleicht wäre mein Urteil auch anders ausgefallen, hätte die Story mich erreicht, leider hat sie das auch nicht wirklich. Zum Kuckuck mit Band 5 wäre etwas übertrieben, denn „Über die See zum Himmel“ ist mit Sicherheit keine schlechte Geschichte, gemessen an den Vorgängern kann sie aber einfach nicht mithalten und so vergebe ich schweren Herzens diesmal nur 3 von 5 Miezekatzen.

01. „Präludien & Notturni“
02. „Das Puppenhaus“
03. „Traumland“
04. „Die Zeit des Nebels“
05. „Über die See zum Himmel“
06. „Fabeln & Reflexionen“
07. „Kurze Leben“
08. „Worlds‘ End“
09. „Die Gütigen“
10. „Das Erwachen“
11. „Ouvertüre“
12. „Ewige Nächte“

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