„Schwarze Worte“ – Andrea Reinhardt

 “ … Für mich waren Bücher mittlerweile nur  die Ausdünstungen von Gefühlen der Autoren. Jeder strebte nach der spektakulärsten Geschichte. Jeder setzte immer noch einen drauf, Jeder wollte für den Leser der Beste sein. …“

»Sie sind Teil meiner Geschichte, ohne es zu wissen.« Kriminaloberkommissar Marcel Schweißer verbringt einen gemeinsamen Tag mit seiner Familie und Freunden auf der Koblenzer Buchmesse. Doch während buchbegeisterte Menschen durch die Gänge schlendern, wird im Parkhaus ein renommierter Literaturprofessor getötet. Sein Tod wurde zuvor auf der Messe mit einem Text vorausgesagt. Was für Marcel als privates Vergnügen beginnt, entwickelt sich zu einem grausamen Verbrechen. Die Ermittlungen führen zu der Verlagsleiterin Clara Dörr. Ein Manuskript, das man bei der Leiche gefunden hat, war ihrer Schwester gewidmet. Diese hatte vor Jahren ein schlimmes Erlebnis mit dem Literaturkritiker. Musste das Opfer aus Rache sterben oder steckt eine andere Botschaft hinter diesem Mord? Ein Thriller, der ein Statement gegen Neid, Hetze und Intrigen setzt.

Eigentlich ist Marcel nur als Gast auf der Buchmesse. Zusammen mit Marie, die vor Jahren Opfer eines Verbrechens war, hat er ein Buch darüber geschrieben und soll nun gemeinsam mit ihr daraus vorlesen. Als man jedoch eine Leiche im Parkhaus entdeckt, steckt er mitten in einem neuen Fall.

Buchmessen sind wie Haifischbecken, in denen sich anstelle von Raubtieren Blogger, Verleger, Autoren und Kritiker tummeln. Aber auch die sind nicht weniger blutrünstig, wie Andrea Reinhardt im 8. Teil ihrer Marcel Schweißer Reihe zeigt, in dem ein Blick hinter die Kulissen der Buchmessen und des Verlagswesen geworfen wird. 
Für Clara ist die Koblenzer Buchmesse die erste als Leiterin des Mordgeflüsterverlages, dementsprechend aufgeregt ist sie, als sie die heiligen Hallen betritt. Da später noch ein Treffen mit dem Kritiker Hans Eckhardt auf dem Programm steht, jenem Mann, dem sie die Schuld am Tod ihrer Schwester Mara gibt, wird es wohl noch eine Weile dauern, bis sie sich entspannen kann. Doch Eckhardt wird ihren Weg nicht mehr kreuzen, denn er wird tot im Parkhaus gefunden, auf seiner Leiche liegt ein Auszug aus dem Manuskript ihrer Schwester Mara. Für Kriminaloberkommissar Marcel Schweißer, der eigentlich nur vor Ort ist, um aus einem Buch vorzulesen, an dem er als Co-Autor mitgearbeitet hat,  macht sie das natürlich zu einer Verdächtigen. Trotz des Todesfalles wird die Messe am nächsten Tag fortgesetzt und auch da gibt es wieder eine Leiche. Jemand findet wohl seine schriftstellerischen Leistungen nicht genügend gewürdigt, aber wie soll man den Täter ausgerechnet auf einer Buchmesse finden, wo so ziemlich jeder ein Motiv zu haben scheint?
Ein Thriller, der sich rund um Verlage und Bücher dreht, ist natürlich ganz nach meinem Geschmack, allein schon mit dem Setting hat mich Andrea Reinhardt gepackt. Dass sie sich hier all dem Neid der Autoren untereinander, der Vormachtstellung der Kritiker, die Neulinge förmlich in der Luft zerreißen, den Problemen der Autoren bei der Verlagsfindung und dem gezielten niedermachen bestimmter Schreiberlinge durch Blogger auseinandersetzt, macht das Buch nicht nur spannend, sondern traurigerweise in manchen Belangen auch sehr aktuell. Hinzu kommt eine ganz eigene Atmosphäre, da die Geschichte ja sozusagen in einem eigenen kleinen Kosmos spielt, den viele von uns sehr gut kennen, auch wenn wir als Leser immer nur einen kleinen Einblick erhaschen und ich glaube, das ist auch ganz gut so.^^
Aber nicht nur die Handlung weiß zu überzeugen, auch die Charaktere sind gut ausgearbeitet.
Marcel und seine kleine Familie habe ich ja schon lange ins Herz geschlossen, aber auch die Nebenfiguren wissen zu überzeugen, allen voran Marie, die schreckliches durchgemacht hat, genauso wie Clara, die beiden Frauen überzeugen auf ganzer Linie.
Nachdem der letzte Band der Reihe mich nicht so wirklich abgeholt hat, weiß „Schwarze Worte“ wieder auf ganzer Linie zu überzeugen, ich kann den Thriller jedem Buchbegeisterten ans Herz legen. 

„Schwarze Worte“ setzt sich mit einem Thema auseinander, dass eigentlich jeden Leser interessieren dürfte, den Vorgängen in der Buchbranche. Natürlich gibt es auch dort schwarze Schafe, die Träume platzen lassen oder gar Leben zerströren. An genau denen will sich der Täter rächen und hat sich dafür den perfekten Tatort gesucht, eine Buchmesse. Chapeau Andrea, eine geniale Idee, die das Buch irgendwie zu etwas Besonderem macht und mir 4 von 5 Miezekatzen wert ist.

01. „Verdorbene Brut“
02. „Gefährliche Angst“
03. „Eiskalter Tanz“
04. „Quälende Vergeltung“
05. „Schreiender Schmerz“
06. „Grausamer Hass“
07. „Schuldige Kinder“
08. „Schwarze Worte

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