“ … Mein Vater stand regungslos da. Er sah nicht glücklich darüber aus, dass er jemanden umbringen sollte, doch gegen Noah hatte niemand eine Chance.
Der war ein Anführer. Und mir gefiel das. …“
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Ein einzelner Kinderschuh. Eine alte Spur. Drei verschwundene Kinder.
An der Fassade eines Wohnhauses wird ein Kinderschuh mit einer rätselhaften Botschaft entdeckt. Was zunächst wie ein Streich wirkt, entpuppt sich schnell als ein Hinweis zu einem ungeklärten Fall. Der Sneaker gehörte einem Jungen, der vor fünfzehn Jahren spurlos aus Koblenz-Arzheim verschwand – ebenso wie zwei weitere Kinder.
Kurz nachdem der Schuh aufgetaucht ist, werden ein Mädchen und zwei Jungen aus dem Ort vermisst. Die Muster des Verbrechens ähneln denen von damals. Kommissar Marcel Schweißer und sein Team stehen unter massivem Druck. Sollte sich die Vergangenheit tatsächlich wiederholen, bleiben nur sieben Tage, um die Opfer lebend zu finden.
Doch was, wenn die Parallelen trügen?
Die Ermittlungen fördern Schreckliches zutage: Lügen, Schweigen und Schuld verstricken sich zu einem Albtraum, der vor Jahren begonnen hat …
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Als ihre Eltern die kleine Mila als vermisst melden, keimt in Marcel Schweißer ein böser Verdacht auf, denn bereits 14 Jahre vorher sind Kinder spurlos verschwunden und von einem ist gerade ein Turnschuh aufgetaucht. Also wendet sich Marcel an Justus, den einzigen Überlebenden von damals und steckt schon bald mitten in einem verstörenden Fall, der ihm so einiges abverlangt.

„Schuldige Kinder“ startet spannend: Im Jahr 2009 versteckt sich ein Junge im Hohlraum hinter der Wohnzimmerwand vor den Freunden seines Vaters, die nicht wissen dürfen, dass er dort lebt. Stundenlang muss er in der Enge ausharren, manchmal sogar übernachten. Aber er weiß, wenn sie ihn sehen, kann ihn auch sein Dad nicht mehr beschützen, denn diese Männer sind böse und sein Vater gehört zu ihnen. Aus diesem Verschlag kann er beobachten, wie Kinder gequält und gefoltert werden und ihm gefällt das, nur zu gern würde er selbst Hand anlegen.
Als 2023 ein sechsjähriges Mädchen nicht nach Hause kommt, wird Marcel Schweißer hellhörig, denn bereits zwischen 2009 bis 2011 sind in der Gegend Kinder verschwunden und einige nie wieder aufgetaucht. Anders als Justus, der seinen Entführern entkommen konnte und schwer traumatisiert von einer Pflegefamilie aufgenommen wurde. Von ihm erhofft sich der Ermittler Hinweise, denn wenn alles wie damals läuft, bleibt nicht viel Zeit das Mädchen zu retten. Als dann noch ein alter Turnschuh von einem der früheren Opfer auftaucht wird klar, dass die beiden Fälle zusammenhängen und dem Kommissar die Zeit davonrennt.
Der 7. Teil der Thriller-Reihe um Kommissar Marcel Schweißer hat es in sich, gerade Gewalt gegen Kinder ist ein Thema, bei dem viele von Anfang an raus sind. Aber Andrea Reinhardt hat sich noch nie davor gescheut auch solche unangenehmen Dingen Platz in ihren Büchern einzuräumen und genau dafür mag ich sie. Allerdings habe ich ein ganz anderes Problem mit den Kindern, die hier eine wichtige Rolle spielen, denn sie kommen für mich immer wieder unglaubwürdig herüber. Ich habe 6-jährige noch nie so reden hören und ja, das Ganze hat mich gestört, aber vielleicht bin ich da auch einfach ein bisschen zu pingelig. Überhaupt war mir der Fall diesmal ein bisschen zu weit hergeholt, dafür habe ich die Einblicke in Marlenes Heilprozess sehr genossen, denn natürlich ist mir die Kleine im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen. Zu den für die Ermittlung relevanten Charakteren konnte ich hier aber leider keine Bindung aufbauen.
„Schuldige Kinder“ ist harter Tobak, dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man zu dem Buch greift. Trotzdem hat mich die Geschichte diesmal nicht überzeugt, auch wenn ich immer wieder schlucken musste, mir ist das Ganze einfach zu unglaubwürdig und deswegen vergebe ich für den 7. Band der Reihe um den Kommissar Marcel Schweißer nur 3,5 von 5 Miezekatzen.

01. „Verdorbene Brut“
02. „Gefährliche Angst“
03. „Eiskalter Tanz“
04. „Quälende Vergeltung“
05. „Schreiender Schmerz“
06. „Grausamer Hass“
07. „Schuldige Kinder“


