„Apeshit“ – Carlton Mellick III

“ … Das Problem dabei, wenn man ein Buch mit einer albernen Idee beginnt, besteht darin, dass so etwas selten als Komödie endet. Apeshit ist nicht so albern, wie ich es eigentlich wollte. Tatsächlich ist es ziemlich kaputt. …“ (Seite 6)

Sechs College-Teens auf dem Weg zu einem Wochenende voller Sex und Alkohol. Die einsame Hütte verspricht jede Menge Spaß. Doch im Wald lauert bereits ein sadistischer Psycho-Killer.
Als es ihnen gelingt, den Irren zu töten, steht er wieder auf … wieder auf … wieder auf …

Bizarro-König Carlton Mellick III wildert für diese abgedrehte Story in beinahe jedem Horrorfilm-Klischee: unsterbliche Serienmörder, freizügige Teenager, das Knacken von Ästen im Dunkel, das Brechen von menschlichen Knochen. Zusammen mit einer großen Portion Blut und Gedärm dreht er alles durch den Fleischwolf: Fertig ist der feuchte Traum eines jeden Splatter-Geeks.

Grindhouse und moderne Groteske – für Fans von Evil Dead bis Eurotrash und solche, die es noch werden möchten!

Sechs Teenager auf einem Ausflug zu einer abgelegenen Waldhütte, jeder Horror-Freak kennt dieses Szenario. Bereits während der Anreise ist die Stimmung nicht gerade rosig und verschlechtert sich noch mehr, als immer wieder tote Tiere am Straßenrand auftauchen. Natürlich ist auch das Dach überm Kopf anders als erwartet und dann lauert noch etwas da draußen im Wald …

„Ziemlich kaputt“, Carlton Mellicks einleitende Worte zum Buch beschreiben die Handlung perfekt, mehr muss man dazu gar nicht mehr sagen. Hormongeladene Teenies und eine einsame Hütte im Wald, das Setting ist nicht wirklich neu, von den sich am Straßenrand stapelnden Tierkadavern mal abgesehen. Dafür widmet der Autor jedem seiner Charaktere ein eigenes Kapitel. 
Da wären also Desdemona, die mit Rick und Kevin eine Dreierbeziehung führt, Jason und Crystal, Pärchen Nummer 2 und Stephanie. Mit Desdemona, kurz Des, habe ich mich irgendwie verbunden gefühlt, auch ohne grüne Haare und Iro, muss wohl am gleichen Namen gelegen haben, ich fühle  mich jetzt schon ein wenig geehrt.
Man merkt von Anfang an, dass zwischen der Truppe Spannungen herrschen, mal ganz davon abgesehen, dass alle auf ihre ganz eigene Art und Weise eine Macke oder ein Problem haben, auf die man erbarmungslos gestoßen wird. Teilweise sind die wirklich unappetitlich und dürften für ein paar Würgereflexe sorgen, man fragt sich nicht nur einmal, wie zum Geier ein Teenager auf solche Gedanken kommen. Wie kaputt sind diese jungen Leute? So bröckelt die Fassade hier schon recht früh, noch bevor die eigentliche Bedrohung von außen auf der Bildfläche erscheint.
Wer auf Mellicks eigentlich recht abgedrehten Stil hofft, wartet hier vergebens, denn von einer klitzekleinen Sache mal abgesehen, ist die Story an sich jetzt nicht so an den Haaren herbeigezogen, wären da nicht die für mich völlig überzogenen unsympathischen Figuren. Aber vielleicht bin ich auch nur zu alt und verstehe die Jugend von heute nicht mehr, das ist durchaus möglich.^^
Alle Horrorfreunde, die sich bereits in Filmen daran erfreut haben, wenn nervige Teenager dahingemetzelt werden, dürften nun bei „Apeshit“ das eine oder andere Freudentränchen verdrücken, denn sie kommen hier voll auf ihre Kosten.  Wer da keine Bilder im Kopf hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Ja, das Buch ist purer Trash und mal ehrlich, wer möchte hier nicht gern selbst zum Hackebeilchen greifen? Also mich zumindest hat es immer wieder in den Fingerchen gejuckt.^^ Wer mit diesem Genre nichts anfangen kann, sollte eher zu einem anderen Titel greifen.
Und bevor ich es vergesse, „Apeshit“ ist als Sammlerausgabe im Festa Verlag, limitiert auf 999 Exemplare erschienen und inzwischen komplett vergriffen.

Schon wieder ein etwas anderer Mellick, der sich hier von einer Seite zeigt, die für seine Verhältnisse gar nicht bizarr, dafür aber recht blutig und brutal ist. Wirklich gemocht habe ich keinen der Protagonisten und mich wie bei einem Slasher-Film ständig gefragt, wann wohl der nächste fällig ist, gegönnt habe ich es jedem. Weil ich so garstig bin und mich „Apeshit“ auf seine ganz eigene Weise unterhalten hat, vergebe ich 4 von 5 Miezekatzen, auch wenn ich am Ende gern etwas zum Warum? erfahren hätte.

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