„Das geheimnisvolle Café“ – Stefan Lochner

“ … Verdammt, diese Frau war gerade bei näherem Hinsehen der Hammer. Mit leuchtenden Augen und den langen goldblonden Haaren hatte sie bei vielen Männern Chancen. Da stellte sich mir die Frage: Warum drängte sie auf ein Treffen mit mir? …“

Roland trifft sich das erste Mal mit Ari Ane, einer Bekannten aus dem Internet. Doch das lang ersehnte Date läuft völlig anders, als er es erwartet und erhofft. Kann er entkommen? Alles hängt davon ab, dass sein Hilferuf die Empfängerin erreicht und diese zweite Dame reagiert, obwohl sie ihn ebenfalls nur virtuell kennt.

Holger führt ein zurückgezogenes Leben, er fotografiert, seine Arbeit nervt und so flüchtet er sich in die Welt des Internets auf der Suche nach einem Date. Die meisten Frauen posten scharfe Bilder und suchen Männer, denen sie das Geld aus der Tasche ziehen können, aber auch er ist etwas speziell …

„Das geheimnisvolle Café“ ist eine weitere Kurzgeschichte aus der Blind Date mit dem Tod Reihe der Mord(s)lustigen, einer Autorenvereinigung, die sich immer wieder ganz bestimmten Themen widmet. Hier waren die Vorgaben recht simpel, der Begriff mordlustig sollte vorkommen und außerdem sollte ein Autor oder eine Autorin eine Rolle spielen.  „Danny“, den Beitrag von Mari März und „Heidis Reich der Träume“ von Nadine Teuber habe ich bereits gelesen, nun war ich gespannt, was mir Stefan Lochner serviert. Auf 36 Seiten zeigt er dem Leser, welche Gefahren im Internet lauern. Dort Dinge von sich preiszugeben ist riskant, Verabredungen mit Fremden zu treffen ebenfalls, allerdings dürfte das inzwischen jeder wissen.
Dass Holger, wie er sich selbst im Netz nennt, nicht der schüchterne Mann ist, für den er sich ausgibt, ist bereits nach wenigen Seiten klar und so ahnte ich bereits, was kommt. Irgendwie an Joe und Melissa X aus den Büchern von Paul Cleave denken, allerdings fand ich die beiden wesentlich unterhaltsamer. Gut, in einer Kurzgeschichte ist es schwierig, den Charakteren Tiefgang zu verleihen, dazu reichen wenige Seiten meist nicht aus, trotzdem haben mich weder Holger, noch Ari Ane auf irgendeine Weise bewegt und auch die Story fand ich sehr unrealistisch. Das wäre vollkommen okay gewesen, hätte mir das Ganze ein Grinsen entlockt, hat es aber leider nicht und so ist „Das geheimnisvolle Café“ für mich der bisher schwächste Beitrag der Blind Date mit dem Tod – Reihe.
Das soll keineswegs heißen, dass es schlecht ist, aber ich habe einfach etwas anderes erwartet. Bei „Danny“ musste ich tatsächlich feixen, die Story ist so schön garstig, genau das hat mir hier gefehlt.

Eine nette Geschichte für zwischendurch, aber nichts, was im Gedächtnis bleibt, dafür war mir alles zu vorhersehbar, von mir gibt es 3 von 5 Miezekatzen.  

01. „Betty Beil“ – Nici Hope
02. „Danny“ – Mari März
03. „Das Chamäleon“ – Robin D. Chase
04. „Das Geheimnisvolle Café“ – Stefan Lochner
05. „Heidis Reich der Träume“ – Nadine Teuber

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