„Die Grimm-Chroniken 3: Der schlafende Tod“ – Maya Shepherd

…“ Lass dich von ihrer Schönheit nicht täuschen. Vergiss nicht, dass sie ein Vampir ist. Eines haben Frauen und Vampire gemeinsam – sie sind beide manipulativ,“ … (Seite 37)

Goldenes Sonnenlicht fiel durch die Scheiben direkt auf den Glassarg, in dem ein Mädchen schlief. Schwarzes glattes Haar lag ihr über die schmalen Schultern und reichte bis zu ihren Brüsten. Es glänzte seidig, als wäre es gerade erst gebürstet worden. Lange dunkle Wimpern umrahmten ihre geschlossenen Augen. Sie trug ein blütenreines weißes Kleid aus zarter Spitze. Wie sie dort lag, wirkte sie vollkommen friedlich, so als könne sie keiner Menschenseele etwas zuleide tun.
Es herrschte eine andächtige Stille, die von Rumpelstein zerbrochen wurde.
»Töte sie, Wilhelm«, forderte er mit kalter Härte. »Bohre ihr einen Pflock ins Herz. Nur so können wir sicher sein, dass sie wirklich tot ist.«

In „Der schlafende Tod“ machen sich Will und seine Freunde erneut auf den Weg ins Schloss und finden dort Schneewittchen schlafend in einem Sarg vor. Das Mädchen unterscheidet sich sehr von dem blutrünstigen Vampir, vor dem sie bei ihrer ersten Begegnung geflüchtet sind, sie sieht total unschuldig aus in ihrem weißen Kleid.
Will soll sie töten, das aber funktioniert nur in seinen und ihren Träumen …

Um in die Traumwelt einzutauchen, muss Will in den goldenen Apfel beißen, den Rumpelstein Maggy geschenkt hat, doch noch immer kann das Trio den seltsamen Mann nicht einordnen. Ist er Freund oder Feind?
Fakt ist, dass es Wills Berufung zu sein scheint, Schneewittchen zu töten, doch er fühlt eine merkwürdige Verbundenheit zu ihr.
In Band 3 erfährt der Leser nun endlich mehr aus dem Leben von Schneewittchen oder auch Margery, denn im Traum trifft Will sie als kleines Mädchen und da ist nichts boshaftes in ihrem Wesen. Ja, sie ist ein Vampir und sie kann ihre Kraft nicht einschätzen, aber sie will niemandem etwas Böses tun, ist also wirklich sie der Feind? Andererseits ist zumindest die Gier nach Blut schon da …
Auch über Margerys Eltern gibt es wieder Neues zu erfahren, nur Joe und Maggy bleiben diesmal etwas im Hintergrund, aber ich hoffe, das ändert sich bald wieder, denn ich finde das Geschwisterpaar sehr interessant, vor allem, weil sie so unterschiedlich sind.

Noch immer sind die Fronten nicht geklärt, wer ist gut, wer ist böse?
Diese Frage wird die Leser wohl noch eine Weile beschäftigen, Maya Shepherd hält und da ganz schön hin und ganz ehrlich, ich finde das gut.
Und so vergebe ich auch für „Der schlafende Tod“ wieder 4 von 5 Miezekatzen. 

Die Grimm-Chroniken:
01. „Die Apfelprinzessin“
02. „Asche, Blut und Schnee“
03. „Der schlafende Tod“
04. „Der Gesang der Sirenen“
05. „Der goldene Apfel“
06. „Der Tanz der verlorenen Seelen“
07. „Das Aschemädchen“
08. „Dornen, Rosen und Federn“
09. „Die verbotene Farbe“
10. „Der schwarze Spiegel“
11. „Träume aus Gold und Stroh“
12. „Das Mondmädchen“
13. „Die vergessenen Sieben“
14. „Der Sohn des Drachen“
15. „Rosenkuss und Dornenkrone“
16. „Der Dornenprinz“
17. „Wolfsblut im Sternenregen“
18. „Unterhalb des Horizonts“
19. „Hexenherz“
20. „Der Spiegelball“
21. „Blutrote Schwestern“
22. „Der Märchenschreiber“
23. „Das Unglückskind“
24. „Die Tochter des Todes“
25. „Das Labyrinth der Königin“
26. „Krieg der Farben“

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