„Die Grimm-Chroniken 7: Das Aschemädchen“ – Maya Shepherd

“ … Der Teufel war nicht in der Angeklagten und auch nicht in irgendeiner Frau vor ihr, die in den Flammen gestorben war. Er war mitten unter den Menschen. Unerkannt und unscheinbar. Er war ihre Ignoranz und ihr mangelndes Mitgefühl. Er war ihre Unfähigkeit zum eigenen Denken. Er war die Kälte in ihrem Herzen. …“ (Seite 95)

Der Tod ist nicht das Ende, sondern ein Anfang. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder.
Das waren die letzten Worte ihrer sterbenden Mutter gewesen und Ember glaubte, sie nun verstehen zu können. Ihr jetziges Leben erlosch – es verschlang sie mit Haut und Haaren. Sie musste sterben, um an anderer Stelle aus ihrer Asche wiederauferstehen zu können.

Ember hat endlich die Zutaten für ihren Zauber zusammen und macht sich mit Margery auf den Weg, ihren Plan in die Tat umzusetzen. Der Weg führt sie ins Hexenhaus.
Inzwischen sind Joe und Maggy zurück zu Hause und werden verhört, da Will ja immer noch verschwunden ist. Beide gehen mit dem Verlust ihres Freundes auf sehr unterschiedliche Weise um.

Von einer geplanten Hexenverbrennung zu einer Hexenverbrennung, nach „Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal“ widmen sich diesmal auch „Die Grimm-Chroniken. Das Aschemädchen“ diesem Thema, aber das konnte ich vorher natürlich nicht ahnen.
Ember spielt ja bereits im 6. Teil eine wichtige Rolle, nun erfahren wir endlich mehr über Margerys furchtlose neue Freundin, deren Geschichte und Familie. Dass sie für Aschenputtel steht, ist klar, aber auch andere Märchen erkennt man recht schnell wieder, wie immer hat Maya Shepherd in ihre Story auch reale Personen eingebunden.
Maya Shepherds Schreibstil ist wie immer einfach und passt zur Geschichte, immerhin geht es um Märchen, etwas Hochtrabendes wäre hier also völlig fehl am Platz.
Und auch die Figuren gewinnen von Band zu Band mehr Tiefgang, überraschen teilweise mit ihren Reaktionen.
Ich mag Maggy und Joe, die Geschwister, die sich um ihren Freund Will sorgen und natürlich Margery, bei der ich mir recht sicher bin, dass sie sich selbst einfach viel zu wenig zutraut und viel stärker ist, als sie denkt.
Das Ende macht neugierig auf den Nachfolger und ganz ehrlich, ich mag an der Reihe besonders, dass sich die Bücher aufgrund ihrer Kürze so locker flockig mal zwischendurch lesen lassen, nach ein paar grausam verstümmelten Toten ist diese Märchenwelt immer wieder ein schöner Zufluchtsort. 

Auch Band 7 reiht sich nahtlos in die Reihe seiner Vorgänger ein, „Die Grimm-Chroniken“ bleiben spannend und abwechslungsreich, schon allein durch die Zeit- und Perspektivwechsel. Wer Märchen mag, sollte unbedingt einen Blick riskieren und natürlich mit dem ersten Teil starten.
Und so vergebe ich auch diesmal wieder 4 von 5 Miezekatzen und werde mich der Fortsetzung sobald wie möglich widmen.

01. „Die Apfelprinzessin“
02. „Asche, Blut und Schnee“
03. „Der schlafende Tod“
04. „Der Gesang der Sirenen“
05. „Der goldene Apfel“
06. „Der Tanz der verlorenen Seelen“
07. „Das Aschemädchen“
08. „Dornen, Rosen und Federn“
09. „Die verbotene Farbe“
10. „Der schwarze Spiegel“
11. „Träume aus Gold und Stroh“
12. „Das Mondmädchen“
13. „Die vergessenen Sieben“
14. „Der Sohn des Drachen“
15. „Rosenkuss und Dornenkrone“
16. „Der Dornenprinz“
17. „Wolfsblut im Sternenregen“
18. „Unterhalb des Horizonts“
19. „Hexenherz“
20. „Der Spiegelball“
21. „Blutrote Schwestern“
22. „Der Märchenschreiber“
23. „Das Unglückskind“
24. „Die Tochter des Todes“
25. „Das Labyrinth der Königin“
26. „Krieg der Farben“

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