„Sandman 11: Ouvertüre“ – Neil Gaiman, J. H. Williams III

“ … »Bist du sehr einsam? Ich glaube, ja.«
»Ich bin Dream von den Ewigen. Ich bin mir selbst genug. Einsamkeit ist etwas für Sterbliche, und ich bin nicht sterblich.«
»Du bist so ein Lügner.« … „

Die Vorgeschichte zu Neil Gaimans legendärem Comic-Klassiker SANDMAN SANDMAN zählt zu den bedeutendsten Comic-Werken der Moderne. Im Mittelpunkt der ebenso fantastischen wie literarischen Saga steht das Pantheon der Ewigen, allen voran der bleiche Traumkönig, den man als Morpheus und als Dream kennt. Nach vielen Jahren kehrt Bestseller-Autor und Fantastik-Superstar Neil Gaiman (American Gods, DER STERNWANDERER) in den Kosmos der Ewigen zurück und erzählt die Vorgeschichte zu SANDMAN, die Ausnahmekünstler J. H. Williams III (PROMETHEA, BATWOMAN) in unglaubliche Bilder gekleidet hat. In ihrem herausragenden Prequel muss der eigensinnige Herrscher des Traumlandes das Ende des Universums verhindern, weshalb er einige der wundersamsten und gefährlichsten Orte der gesamten Galaxie besucht… Von Träumen, Sternen und Geschichten: Dieser Sammelband enthält die komplette Miniserie SANDMAN: OUVERTÜRE, in der die Grenzen von Fantasy, Science Fiction, Traum und Wirklichkeit überwunden werden.

„Ouvertüre“ spielt im Jahr 1915, also vor den Ereignissen in „Präludien & Notturni“. Dream wird zu einer Versammlung gerufen, auf der er erfährt dass ein Wirbel, ein Mensch. den er am Leben gelassen hat, nun sämtliche Welten ins Chaos zu stürzen droht. Um dies zu verhindern, begibt er sich auf eine Reise, von deren Ausgang viel abhängt und auf der er unerwartete Hilfe bekommt.

So toll die Geschichte und auch die Illustrationen mal wieder sind, der hier zu Papier gebrachte Dream hat mir überhaupt nicht gefallen, irgendwie musste ich immer an eine Mischung aus Clint Eastwood und einem abgehalfterten Vampir denken. Seltsamerweise sehen all die anderen Figuren gut aus, aber beim Sandman selbst, da bin ich raus. In den Bänden zuvor sind mir viele verschiedene Versionen begegnet, perfekte und weniger perfekte, aber zumindest erkannte man immer, mit wem man es zu tun hat, das fand ich hier sehr schwierig. Hätte mir jemand ein Bild unter die Nase gehalten bevor ich „Ouvertüre“ gelesen hab, wäre ich nie im Leben darauf gekommen, wen es darstellen soll, das fand ich ein bisschen schade. 
Ansonsten bekommt der Leser diesmal eine Geschichte geboten, die, wie ich finde, weniger von den Ereignissen, als viel mehr von den Charakteren getragen wird und von denen trifft Dream eine ganze Menge. So lernt man auf der Reise durch verschiedene Welten unter anderem einen Teil der Familie kennen, der bisher noch überhaupt keine Rolle gespielt hat. Begleitet wird er übrigens von einer Katze, ja, Neil Gaiman scheint eine besondere Vorliebe für die schnurrenden Wollknäule zu haben, und einem kleinen Mädchen. Wer in der Netflix-Serie gut aufgepasst hat, bekommt hier ein paar Erklärungen zu Dingen, die dort erwähnt werden, allerdings weiß ich nicht, ob mir tatsächlich alle aufgefallen sind. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten wie dem Korinther oder Lucien, eine Menge merkwürdiger Wesen und wie gehabt Lebensweisheiten und Metaphern satt. Man muss sich auf die eigentümliche Geschichte einlassen, womit ich zu Beginn ein paar Probleme hatte, dann schließt sich der Kreis, denn wie der Name schon sagt, leitet „Ouvertüre“ die Sandman-Reihe ein und endet da, wo „Präludien & Notturni“ beginnt. 

Im 11. Band der Sandman Reihe zeigt uns Neil Gaiman was geschah, bevor Dream zum Gefangenen von Roderick Burgess wurde und klärt einige noch offene Fragen. Für Fans ein Muss, für alle anderen eher verwirrend, aber wer steigt schon mit dem 11. Band in eine Reihe ein?
Okay, ich werde hier jetzt nicht verraten, dass ich ein absoluter Quereinsteiger bin.^^
Fantasievoll, bunt und dennoch düster, so, wie man es von Neil Gaiman kennt, nur mit dem  merkwürdig aussehenden Dream konnte ich mich einfach nicht anfreunden, egal, wie sehr ich es versucht habe. Dafür gibt es von mir 4 von 5 Miezekatzen.  

01. „Präludien & Notturni“
02. „Das Puppenhaus“
03. „Traumland“
04. „Die Zeit des Nebels“
05. „Über die See zum Himmel“
06. „Fabeln & Reflexionen“
07. „Kurze Leben“
08. „World’s End“
09. „Die Gütigen“
10. „Das Erwachen“
11. „Ouvertüre“
12. „Ewige Nächte“

Please follow and like us:

2 thoughts on “„Sandman 11: Ouvertüre“ – Neil Gaiman, J. H. Williams III”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.