„Die Grimm-Chroniken 10: Der schwarze Spiegel“ – Maya Shepherd

“ Niemals könnte er ihr etwas zuleide tun, denn er trug die Liebe für sie bereits in sich. In seiner Brust schlug ein geteiltes Herz. Zwei Hälften, die zusammen etwas Ganzes ergaben. …“ (Seite 81)

Wer oder was ist böse? Die Antwort liefert die Jubiläumsfolge der Grimm-Chroniken und enthüllt dabei eines der größten Geheimnisse der kompletten Serie.

Dieser Spiegel war anders als alle, die ich bisher erblickt hatte. Ein verschnörkelter Rahmen aus Ebenholz rahmte das schwarze Glas in seiner Mitte ein. Er zeigte mich nicht als die gebrechliche Frau, die ich heute war, sondern als jene Apfelprinzessin, die voller Zuversicht und Träume in ihre Zukunft geblickt hatte.
»Ist es nicht erstaunlich, dass das eigene Spiegelbild einem ganz anders erscheint als das, was andere Menschen von einem wahrnehmen? Niemand ist in der Lage, sich selbst so zu sehen, wie er ist. Wenn ich meine eigene Dunkelheit nicht erfassen kann, ist es dann möglich, dass das Böse längst Besitz von mir ergriffen hat?«

Der Mann trifft Entscheidungen hinter ihrem Rücken und die kleine süße Tochter ist ein Vampir, der seinen Blutdurst nicht unter Kontrolle hat, Mary hat es nicht leicht. Nach einem Blick in den Spiegel wird ihr immer mehr bewusst, wie schnell ihr Körper verfällt. Doch zumindest für das letzte Problem gibt es eine Lösung …

Der schwarze Spiegel“ ist bereits der zehnte Band der Grimm Chroniken ist im Vergleich zu seinen Vorgängern ein ganz schöner Klopper, außerdem geht es diesmal fast ausschließlich um Königin Mary, Maya Shepherd hat ihre Leser ja lange genug auf die Folter gespannt, jetzt erfährt man endlich, was mit ihr passiert ist und was zwischen ihr und ihrem Mann Dorian steht. Mary erzählt ihre Sichtweite der Dinge und so gibt es ein paar Rückblicke auf Geschehnisse, die dem Leser bekannt vorkommen dürften, diesmal allerdings aus Marys Blickwinkel, ein sehr kluger Schachzug. Natürlich spielt ein Spiegel eine wichtige Rolle, das war ja schon bei der bösen Stiefmutter in „Schneewittchen“ so und dennoch ist hier alles ganz anders.
Auch wenn es kein Wiedersehen mit Maggy und Joe gibt, so taucht doch jemand anders wieder aus der Versenkung auf, die böses Hexe Baba Zima, aber sie ist bei weitem nicht das garstigste Weibsstück in Engelland, das könnt ihr mir ruhig glauben.^^
Erneut bedient sich die Autorin bei verschiedenen Märchen, die ich nicht nennen werde, aber zumindest so viel kann ich sagen (oder schreiben): es wird spannend und blutig. Das sorgt dafür, dass ich die vielen Charaktere, die unerwähnt bleiben, gar nicht wirklich vermisst habe, auch wenn ich mich darauf freue, sie bald wieder zu treffen.
Obwohl ich bereits geahnt habe, in welche Richtung es gehen wird, hat mich Marys Schicksal sehr berührt und da ich noch einige Bände vor mir hab, wird da sicherlich noch so einiges passieren, ich bin auf jeden Fall gespannt.

What happened to Mary? Es gibt endlich eine Antwort und erneut muss man sich die Frage stellen: Was ist gut, was böse? Oder besser, wer.^^ Macht eine falsche Entscheidung einen zu einem schlechten Menschen? Ich muss gestehen, ich mag dieses Hin und Her und freue mich auf die folgenden Teile, aber erstmal muss ich mir Nachschub besorgen und eine Badewanne, man wird schließlich nicht jünger. Bis dahin gibts aber wie immer erstmal 4 von 5 Miezekatzen.

01. „Die Apfelprinzessin“
02. „Asche, Blut und Schnee“
03. „Der schlafende Tod“
04. „Der Gesang der Sirenen“
05. „Der goldene Apfel“
06. „Der Tanz der verlorenen Seelen“
07. „Das Aschemädchen“
08. „Dornen, Rosen und Federn“
09. „Die verbotene Farbe“
10. „Der schwarze Spiegel“
11. „Träume aus Gold und Stroh“
12. „Das Mondmädchen“
13. „Die vergessenen Sieben“
14. „Der Sohn des Drachen“
15. „Rosenkuss und Dornenkrone“
16. „Der Dornenprinz“
17. „Wolfsblut im Sternenregen“
18. „Unterhalb des Horizonts“
19. „Hexenherz“
20. „Der Spiegelball“
21. „Blutrote Schwestern“
22. „Der Märchenschreiber“
23. „Das Unglückskind“
24. „Die Tochter des Todes“
25. „Das Labyrinth der Königin“
26. „Krieg der Farben“ 

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